Es gibt Tage, an denen ein einziges Unternehmen eine ganze Branche erschüttert. Dieser Montag war so ein Tag, und Amazon hat ihn sich ausgesucht.
Was Amazon da ankündigte, ist kein kleines Update
Der Konzern präsentierte ein neues Supply-Chain-Programm, das Unternehmen die komplette Logistikkette aus einer Hand anbietet: Warenabholung beim Hersteller, internationaler Transport, Zollabwicklung, Lagerhaltung, Endauslieferung. Alles. Was bisher fünf verschiedene Dienstleister erforderte, soll künftig über Amazons Netzwerk laufen.
Entscheidend dabei, und das ist der eigentliche Knackpunkt: Der Service richtet sich ausdrücklich auch an Unternehmen, die gar nicht auf Amazon verkaufen. Direct-to-Consumer-Websites, Drittmarktplätze, alles ist laut Morgan-Stanley-Analyst Ravi Shanker abgedeckt. Amazon baut also keine Ergänzung zum eigenen Marktplatz, sondern eine eigenständige Logistikmaschine für jedermann.
Die Kurszettel sprachen eine klare Sprache
Forward Air rauschte um mehr als 20 Prozent nach unten. GXO Logistics verlor 14,1 Prozent. FedEx gab 9,4 Prozent ab, UPS 8,4 Prozent. Und Amazon? Stieg um 1,2 Prozent.
Selten sieht man eine Branchenrotation so direkt und so brutal in Echtzeit ablaufen.
Amazon Aktie Chart
Paket, Luft, Schiene, alles unter Druck
Ravi Shanker und sein Team bei Morgan Stanley sehen den stärksten Druck im Paketbereich und in der Luftfracht. Aber sie machen auch klar, dass kein Transportmodus unberührt bleibt: Schiene, Lkw, Seefracht, Lagerlogistik, alles steht unter Beobachtung. Das ist kein Nischenangriff, das ist ein Frontalangriff auf das gesamte Geschäftsmodell klassischer Logistikdienstleister.
Forward Air mit einem Tageseinbruch von mehr als 20 Prozent dürfte das besonders schmerzhaft gespürt haben. Für FedEx und UPS ist es zumindest ein deutliches Signal, dass der größte Wettbewerber nicht mehr nur Konkurrent im eigenen Ökosystem ist, sondern jetzt offen um deren Kernkunden kämpft. Und Amazon steigt dabei um 1,2 Prozent. So läuft das halt.
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