Die von US-Präsident Donald Trump eingeführten Zöllen zeigen offenbar immer stärkere Wirkung, allerdings zum Nachteil der heimischen Händler und Verbraucher. Das musste vor wenigen Tagen Amazon-Chef Andy Jassy gegenüber CNBC einräumen.
Amazon-Aktie: Zölle schlagen mehr und mehr auf Preise durch
Demnach „kriechen“ Trumps Zölle inzwischen spürbar in die Preise vieler Produkte hinein, so der CEO des E-Commerce-Giganten. Händler und Amazon selbst hatten zunächst versucht, die Auswirkungen abzufedern, indem sie große Warenbestände vorab einkauften. Dieser Puffer ist jedoch seit Herbst 2025 weitgehend aufgebraucht, sodass höhere Importkosten nun zunehmend bei den Verbraucherpreisen ankommen.
Laut Jassy reagieren Verkäufer unterschiedlich: Einige geben die höheren Kosten direkt weiter, andere versuchen, sie teilweise zu schlucken, um die Nachfrage nicht zu gefährden. Doch der Spielraum sei begrenzt – der Einzelhandel arbeite traditionell nur mit geringen Margen, sodass steigende Kosten irgendwann zwangsläufig zu höheren Preisen führten.
Die Zölle verändern auch das Kaufverhalten: Amazon beobachtet, dass viele Kunden verstärkt auf günstigere Alternativen ausweichen, gezielt nach Angeboten suchen oder den Kauf teurerer Produkte aufschieben. Gleichzeitig bleibe die Nachfrage insgesamt „robust“, so Jassy.
Amazon-Aktie: Preiserhöhungen letztlich unvermeidbar
Amazon selbst versuche weiterhin, die Preise „so niedrig wie möglich“ zu halten. Doch Jassy macht klar, dass Preiserhöhungen in manchen Kategorien unvermeidbar seien, wenn Importkosten zweistellig steigen.
Für Amazon entsteht daraus ein zweischneidiges Geschäftsumfeld: kurzfristig Druck auf Margen und Nachfrage, langfristig aber die Chance, durch Effizienz und Skaleneffekte Marktanteile zu sichern.
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