Amazon Aktie: FTC verklagt Konzern

Symbolbild, KI-generiert

Amazon weist Vorwürfe zu Werbeaufschlägen zurück, während das DOJ Fleischpreise prüft und AWS eine Milliardeninvestition in Saudi-Arabien plant.

Auf einen Blick:
  • FTC und 22 Bundesstaaten klagen
  • Amazon bestreitet manipulierte Werbeauktionen
  • DOJ untersucht Preisabsprachen im Fleischhandel
  • AWS plant Milliardenprojekt in Saudi-Arabien

Die US-Handelsbehörde FTC und insgesamt 22 Bundesstaaten haben eine umfangreiche Klage gegen Amazon eingereicht. Dem Online-Giganten wird vorgeworfen, Werbetreibende über Jahre hinweg durch manipulierte Auktionen und versteckte Aufschläge systematisch übervorteilt zu haben.

Während der Konzern die Anschuldigungen entschieden zurückweist, gerät das Unternehmen zeitgleich in den Fokus einer kartellrechtlichen Untersuchung des Justizministeriums zu Lebensmittelpreisen.

Systematische Aufschläge seit 2018 im Verdacht

Nach Angaben der FTC soll Amazon seit dem Jahr 2018 ein System namens „Soft Reserve“ genutzt haben, um Werbepreise künstlich aufzublähen. Die Behörde geht davon aus, dass dadurch mehr als 20 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Gebühren generiert wurden.

Von diesen Praktiken seien rund 1,2 Millionen Werbetreibende betroffen, darunter schätzungsweise 500.000 kleine und mittlere Unternehmen. Interne Dokumente sollen belegen, dass das System gezielt eingesetzt wurde, um Umsätze zu steigern, ohne dass die Kunden von den tatsächlichen Marktpreisen erfuhren.

Amazon bezeichnete die Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme als irreführend. Das Unternehmen argumentiert, dass Werbetreibende zwischen 2021 und 2025 durch die hohe Relevanz der Anzeigen sogar rund 8 Milliarden US-Dollar eingespart hätten.

Laut Konzernangaben werden 92 Prozent der Werbeplätze nicht an den Höchstbietenden vergeben, sondern basierend auf der Nutzbarkeit für den Kunden. Zudem seien die durchschnittlichen Gebote für Werbeanzeigen im Zeitraum von 2019 bis heute um die Hälfte gesunken.

Justizministerium weitet Preis-Untersuchungen aus

Parallel zum Streit um das Werbegeschäft sieht sich Amazon mit Ermittlungen des US-Justizministeriums (DOJ) konfrontiert. Das DOJ hat die Untersuchung zu mutmaßlichen Preisabsprachen bei Rindfleisch auf acht große Einzelhändler ausgeweitet. Neben Amazon sind auch Konkurrenten wie Walmart, Costco und Aldi betroffen. Die Behörde fordert Daten zu Einkaufspreisen, Margen und Marktanalysen der vergangenen sechs Jahre an.

Anlass für diesen Schritt sind die massiv gestiegenen Preise für Fleischprodukte. Im Juli kostete Hackfleisch in den USA durchschnittlich über 7 Dollar pro Pfund, was einem Anstieg von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Das Justizministerium prüft nun, ob die Marktmacht der großen Handelsketten zu dieser Entwicklung beigetragen hat. Bereits zuvor standen die vier größten Fleischverarbeiter des Landes, die zusammen mehr als 85 Prozent des Marktes kontrollieren, im Visier der Ermittler.

Cloud-Sparte AWS setzt auf Expansion und KI

Trotz des juristischen Gegenwinds treibt Amazon den Ausbau seiner Cloud-Sparte AWS voran. Das Unternehmen kündigte die Eröffnung einer neuen Infrastruktur-Region in Saudi-Arabien für Dezember 2026 an. Geplant ist eine Investition von mehr als 5,3 Milliarden US-Dollar.

Im Rahmen einer erweiterten Partnerschaft mit lokalen Akteuren soll zudem eine Zone für Künstliche Intelligenz (KI) entstehen. Ziel ist es, arabische Sprachmodelle direkt in die Amazon-Plattform Bedrock zu integrieren und bis zu 100.000 Menschen vor Ort in Cloud-Technologien zu schulen.

Analysten bewerten die operative Entwicklung des Konzerns weiterhin positiv. Die Experten von Piper Sandler bestätigten ihre Einstufung auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 320 US-Dollar. Sie hoben hervor, dass Amazon im Vergleich zu anderen Tech-Giganten eine höhere Kapitaldisziplin an den Tag lege.

Auch das Analysehaus 24/7 Wall St. zeigt sich optimistisch und nannte ein Kursziel von 338,72 US-Dollar. Die Experten verwiesen dabei auf das starke Wachstum von AWS, das zuletzt ein Umsatzplus von knapp 20 Prozent verzeichnete.

An der Börse spiegelte sich die Nachrichtenlage zuletzt in einer stabilen Tendenz wider. Gestern schloss das Papier bei 219,95 Euro. Damit notiert die Aktie fast punktgenau auf dem Niveau ihres 50-Tage-Durchschnitts von 219,97 Euro. Seit Jahresbeginn konnten Anleger mit dem Wert eine Rendite von 12 Prozent erzielen.

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