Am Freitag hat Amazon das neue Rahmenprogramm „Built Together“ vorgestellt. Für Gemeinden in den USA, in denen Rechenzentren betrieben werden, sagt das Unternehmen über fünf Jahre hinweg mehr als eine Milliarde Dollar zu. Die Mittel fließen laut Unternehmensangaben in Bildungsangebote, berufliche Ausbildung, bezahlbare Energie sowie in Maßnahmen zur Schonung von Wasser und Strom.
Der kontinuierliche Ausbau moderner Cloud-Standorte stellt Technologiekonzerne vor spürbare infrastrukturelle Herausforderungen. Hohe Anforderungen an die Stromnetze und der Zugriff auf kommunale Ressourcen führen mancherorts zu Debatten über regionale Belastungsgrenzen. Amazon reagiert darauf mit gezielten Zuwendungen, um die gesellschaftliche Akzeptanz an wichtigen Netzknotenpunkten zu stärken.
Milliardenprojekte und neue Partnerschaften in der Cloud
Hintergrund der Initiative sind die weltweit rasant steigenden Ausgaben für moderne Rechentechnik. Um die finanziellen Belastungen abzufedern, prüft Amazon nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ein Finanzierungsmodell. Dabei sollen Nvidia-KI-Chips im Wert von rund 8 Milliarden Dollar in eine Zweckgesellschaft mit externen Geldgebern übertragen und anschließend zurückgemietet werden. Das Vorhaben befindet sich in Gesprächen und ist noch nicht abgeschlossen.
Parallel dazu gewinnt die Cloud-Tochter AWS weitere Kunden für ihre Infrastruktur. So arbeitet das australische Biotechnologieunternehmen CSL laut Reuters künftig mit AWS zusammen, um Cloud- und KI-Anwendungen in Forschung und klinischer Entwicklung einzusetzen.
Modellpflege bei Kindle und Fire TV
Neben dem Infrastrukturbereich treibt Amazon die Entwicklung der eigenen Endgeräte voran. Am Donnerstag stellte der Konzern eine überarbeitete Modellreihe seiner Kindle-Lesegeräte vor. Das Sortiment umfasst neue Ausführungen für das Standardmodell und Kindle Kids sowie Aktualisierungen der Geräte Paperwhite und Colorsoft.
Bereits am Mittwoch hatte Amazon das Streaming-Angebot erweitert. Ein schnellerer Fire TV Stick 4K ging für 59,99 Dollar samt überarbeiteter Fernbedienung in den Verkauf.
Flankiert werden die Hardware-Neuerungen durch exklusive Inhalte im Medienbereich. Am gestrigen Samstag übertrug Amazon Music das Konzert von Shakira aus Madrid als weltweiten Livestream, um die Attraktivität des digitalen Unterhaltungsangebots zu steigern.
Kursplus und höhere Kursziele der Analysten
Am Aktienmarkt überwog zum Ausklang der Handelswoche die Zuversicht. Das Papier schloss am Freitag bei 223,40 Euro, was einem Tagesgewinn von 1,1 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie damit ein Kursplus von 13 Prozent.
Die Anleger honorieren damit vor allem die anhaltende Fähigkeit des Konzerns, hohe Investitionen in Zukunftstechnologien mit einer verlässlichen Ertragskraft im bestehenden Geschäft zu verbinden.
Rückenwind lieferte am Mittwoch auch Rosenblatt Securities. Medienberichten zufolge bestätigte das Analysehaus die Einstufung auf „Buy“ und hob das Kursziel von 335 auf 360 US-Dollar an.
Während das Vertrauen an den Finanzmärkten hoch bleibt, sieht sich der Konzern in Europa weiterhin mit juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert.
Am 28. September ließ das britische Competition Appeal Tribunal Teile einer wiederaufgenommenen Verbraucherklage gegen Apple und Amazon zu. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Vorwürfe mutmaßlicher Wettbewerbsbeschränkungen beim Verkauf von Apple-Produkten auf dem britischen Online-Marktplatz.
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