Amazon Aktie: AWS wächst um 36,7 Prozent

Symbolbild, KI-generiert

AWS beschleunigt im zweiten Quartal das Wachstum, während Streiks, eine Klage in New Jersey und neue KI-Projekte Amazon herausfordern.

Auf einen Blick:
  • AWS-Umsatz wächst um 36,7 Prozent
  • Teamsters bestreiken Logistikzentrum DJT6
  • New Jersey verklagt Amazon
  • Zoox erhält Robotaxi-Genehmigung

Der Online-Riese Amazon sieht sich aktuell einer gespaltenen Nachrichtenlage gegenüber: Während die Cloud-Sparte AWS mit einer deutlichen Wachstumsbeschleunigung die Erwartungen vieler Analysten übertrifft, belastet eine neue Welle von Arbeitskämpfen und juristischen Auseinandersetzungen das operative Geschäft.

Gestern kam es im größten US-Logistikzentrum des Konzerns zu einem eintägigen Streik der Gewerkschaft Teamsters, während gleichzeitig technologische Fortschritte bei der Tochter Zoox und neue KI-Funktionen im E-Commerce die langfristige Strategie untermauern.

Cloud-Geschäft AWS als Wachstumstreiber

Die wirtschaftliche Dynamik des Konzerns wird maßgeblich durch die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) bestimmt. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete das Segment ein Umsatzplus von 36,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was die fünfte Beschleunigung in Folge markiert.

Mit einem Quartalsumsatz von 42,2 Milliarden US-Dollar und einem operativen Ergebnis von 16,6 Milliarden US-Dollar bleibt AWS der wichtigste Ertragsbringer. Für das laufende Jahr plant der Konzern massive Investitionen (Capex) in Höhe von 220 Milliarden US-Dollar, um die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz weiter auszubauen.

Diese Entwicklung stößt bei institutionellen Investoren auf großes Interesse. Berichten zufolge stockte etwa Peter Thiel im zweiten Quartal seine Position bei Amazon auf, während der Konzern zudem einen Auftragsbestand (Backlog) im AWS-Bereich von 496 Milliarden US-Dollar ausweist.

Analysten der Banken Wells Fargo und Barclays sehen die Aktie positiv und rufen Kursziele von 338 US-Dollar respektive 365 US-Dollar aus. Die Marktteilnehmer blicken nun gespannt auf die Prognose für das dritte Quartal, für das Amazon einen Gesamtumsatz zwischen 197 und 202 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt hat.

An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt stabil. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 222,55 Euro, womit die Aktie rund 0,8 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt notiert.

Seit Jahresbeginn konnte der Wert damit ein Plus von 13 Prozent verzeichnen, bleibt jedoch etwa 11 Prozent hinter seinem 52-Wochen-Hoch von 249,00 Euro zurück, das Anfang August erreicht wurde.

Wachsender Druck durch Gewerkschaften und Behörden

Parallel zum wirtschaftlichen Erfolg nehmen die Spannungen mit der Belegschaft und den Regulierungsbehörden zu. Der gestrige Streik im Lager DJT6 in Riverside County markiert einen neuen Höhepunkt in den Auseinandersetzungen um die Arbeitsbedingungen.

Bereits am Mittwoch endete in Durham ein 40-tägiger Hungerstreik eines ehemaligen Mitarbeiters, der gegen die Sicherheitsstandards im Konzern protestiert hatte. Die Stimmung in den Logistikzentren bleibt angespannt, zumal am Mittwoch ein Zwischenfall bei einer Protestaktion gemeldet wurde, bei dem zwei Personen verletzt wurden.

Zusätzlicher juristischer Druck kommt von staatlicher Seite. Der Bundesstaat New Jersey reichte am 4. August eine Klage gegen den Konzern ein. Darin wird Amazon vorgeworfen, über das sogenannte DSP-Programm für Lieferfahrer eine Monopson-Stellung missbräuchlich auszunutzen. Die Vorwürfe umfassen restriktive Klauseln für Subunternehmer und Maßnahmen gegen gewerkschaftliche Organisierung.

Trotz dieser Hürden treibt Amazon seine technologischen Innovationen voran. Die Mobilitätstochter Zoox erhielt jüngst die Genehmigung für den Betrieb ihrer autonomen Robotaxis am Flughafen von Las Vegas.

Im Bereich E-Commerce setzt der Konzern verstärkt auf generative KI: Die Sprachassistentin Alexa wurde im September um Funktionen zur automatischen Produktverfolgung erweitert, um den Trend zum KI-gestützten Einkauf zu nutzen, der laut aktuellen Umfragen bereits von über 60 Prozent der Konsumenten in den USA für saisonale Besorgungen verwendet wird.

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