Amazon Web Services hat sich einen bemerkenswert frühen Platz in einer Geschichte gesichert, die gerade erst anfängt. Denn als Cerebras, der KI-Chiphersteller mit dem riesigen Wafer-Scale-Engine-Prozessor, nun erneut seinen Börsengang bei der SEC einreichte, stand AWS schon längst als Partner fest. Nicht irgendein Partner, sondern der erste große Cloud-Anbieter überhaupt, der Cerebras‘ disaggregierte Inferenzlösung anbietet.
Das ist kein Zufall. AWS kombiniert dabei eigene Trainium-Server mit Cerebras CS-3-Systemen und Elastic Fabric Adapter Networking. Wer also über den AWS Marketplace auf Cerebras-Kapazitäten zugreifen will, kann das jetzt. Amazon hat sich damit einen Fuß in die Tür gestellt, bevor der Hype richtig losgeht.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Cerebras‘ Umsatz kletterte 2025 um 76 Prozent auf 510 Millionen Dollar. Nach einem Nettoverlust von 481,6 Millionen Dollar im Jahr 2024 schrieb das Unternehmen 2025 plötzlich schwarze Zahlen, mit einem Nettogewinn von 237,8 Millionen Dollar. Dazu kommt ein 20-Milliarden-Dollar-Deal mit OpenAI über drei Jahre, plus rund eine Milliarde Dollar von OpenAI für den Aufbau von Rechenzentren.
Für Amazon geht es hier nicht um direkte Umsatzbeteiligung an Cerebras. Vielmehr sichert sich AWS Zugang zu einer Infrastruktur, die laut Cerebras 58 Mal größer ist als Nvidias B200-Chip und eine 2.625-fach höhere Speicherbandbreite bietet. Ob diese Zahlen im Alltag so dramatisch wirken wie auf dem Papier, wird sich zeigen. Aber als Marketingargument für AWS-Kunden taugt das schon.
Nicht ganz ohne Vorgeschichte
Cerebras hatte seinen ersten IPO-Versuch im September 2024 gestartet, dann aber im Oktober 2025 wieder zurückgezogen. Hintergrund war eine Bundesprüfung der Verbindungen zum Abu Dhabi KI-Unternehmen G42. Inzwischen ist G42 weder als Handelspartner noch als Minderheitsinvestor gelistet. Der Weg zur Nasdaq scheint jetzt frei, Morgan Stanley, Citigroup, Barclays und UBS führen das Konsortium an.
Für Amazon ist das Timing gut. AWS positioniert sich als erster Anlaufpunkt für Cerebras-Kapazitäten in der Cloud, genau dann, wenn das Unternehmen durch den IPO in aller Munde sein wird. Das nennt man wohl einen guten Deal, auch wenn man selbst nicht an die Börse geht.
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