Amazon will Globalstar kaufen. So berichten es Bloomberg und die Financial Times, unter Berufung auf Personen, die mit der Sache vertraut sind. Eine Einigung könnte demnach noch diese Woche verkündet werden, ein finaler Deal ist allerdings noch nicht unterschrieben, die Gespräche könnten auch scheitern. Amazons Sprecher wollte sich nicht äußern, Globalstar reagierte zunächst nicht.
Hinter dem Vorhaben steckt ein simples Motiv: Elon Musks Starlink wächst, und zwar rasant. Mehr als zehn Millionen aktive Kunden, rund 10.000 Satelliten im Orbit, erwartete Einnahmen von mehr als neun Milliarden Dollar allein in diesem Jahr. Amazon hinkt da gewaltig hinterher.
Amazon Aktie Chart
Leo kommt nicht vom Fleck
Amazons eigenes Satellitennetz heißt intern „Amazon Leo“ und soll einmal mehr als 7.700 Einheiten umfassen. Bisher ist der Dienst nur im eingeschränkten Test mit Unternehmenskunden. Und die FCC-Auflage, bis Juli mindestens 1.600 Satelliten im All zu haben, wird Amazon klar verfehlen. Das Projekt ist schlicht zu langsam.
Globalstar wäre da ein praktischer Abkürzungsweg. Das Unternehmen betreibt bereits ein funktionierendes Netz, hat knapp 800.000 Abonnenten für mobile Satellitendienste und bringt andere Spektrumrechte mit, die für Leo nützlich sein könnten, wie Bloomberg-Intelligence-Analyst John Davies erklärt. Globalstar ist kleiner als Starlink, konzentriert sich vor allem auf die Anbindung von Geräten in schlecht versorgten Gebieten. Bekannt ist das Unternehmen vor allem dafür, dass es Apples Notfallfunktion auf dem iPhone antreibt.
Globalstar Aktie Chart
Apple sitzt mit am Tisch
Genau dieser Apple-Faktor macht die Sache komplizierter. Apple hat 2024 rund 1,5 Milliarden Dollar in Globalstar investiert und hält seitdem 20 Prozent an dem Unternehmen. Globalstars Ausbaupläne sind wohl eng mit Apples eigener Produkt-Roadmap verknüpft. Davies sagt es direkt: Apple „wird seine Pläne nicht ändern wollen“. Amazon kauft hier also nicht einfach ein Satellitennetz, sondern tritt in eine bestehende Partnerschaft ein, in der Apple das letzte Wort haben dürfte.
Globalstars Aktie hat sich im vergangenen Jahr fast vervierfacht, der Marktwert liegt bei rund 9,4 Milliarden Dollar. Wer das Unternehmen haben will, zahlt dafür. Ursprünglich 1998 als Joint Venture von Qualcomm und Loral gestartet, ist Globalstar heute ein anderes Unternehmen als damals. Ob Amazon den Preis für gerechtfertigt hält und ob Apple mitspielt, wird sich zeigen. Elon Musk dürfte das Treiben aus seiner Starlink-Zentrale jedenfalls mit einiger Gelassenheit verfolgen. Zehn Millionen Kunden sind ein komfortables Polster.
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