Amazon bricht mit einem alten Dogma. Bisher waren die hauseigenen KI-Chips exklusiv für AWS-Kunden reserviert. Nun plant der Konzern den direkten Verkauf der Hardware an externe Betreiber von Rechenzentren.
Strategiewechsel bei KI-Hardware
Peter DeSantis bestätigte erste Gespräche über den Verkauf der Trainium-Chips. Damit positioniert sich Amazon als direkter Konkurrent zu Nvidia. Das Geschäft mit eigenem Silizium ist längst kein Nischenprojekt mehr.
Im ersten Quartal 2026 erreichte die Chip-Sparte einen annualisierten Umsatz von über 20 Milliarden Dollar. Experten taxieren den Wert der Einheit bei einer Abspaltung auf jährlich 50 Milliarden Dollar. Die Nachfrage ist enorm.
Die aktuelle Generation der Trainium-Beschleuniger gilt als ausverkauft. Auch für das Nachfolgemodell im Jahr 2027 gibt es bereits zahlreiche Vorbestellungen. Der Konzern stößt damit in einen hochprofitablen Hardware-Markt vor.
Effizienzschub in der Logistik
Parallel dazu schraubt Amazon an der Effizienz seiner Lager. Ein neues System zur Lastverteilung steuert die Laufwege der Mitarbeiter in Echtzeit. Alle drei Minuten erfolgt eine automatische Neuzuweisung der Aufgaben.
Die Technik soll jährlich rund sieben Millionen Arbeitsstunden einsparen. Das Management kalkuliert mit Kostensenkungen von 193 Millionen Dollar pro Jahr. Der Rollout in den automatisierten Sortierzentren beginnt noch in diesem Jahr.
Gründer Jeff Bezos blickt derweil gelassen auf die KI-Revolution. In Paris erklärte er, dass die Technologie eher zu einem Arbeitskräftemangel führen werde. KI senke die Hürden für Innovationen massiv.
Marktlage und Ausblick
Die Aktie reagierte zuletzt stabil und schloss bei 213,40 Euro. Damit liegt das Papier rund 16 Prozent über dem Vorjahresniveau. Zum 52-Wochen-Hoch fehlt aktuell ein Sprung von etwa zehn Prozent.
Ein wichtiger Termin rückt nun näher. Vom 23. bis zum 26. Juni findet der Prime Day statt. Die Logistikzentren bereiten sich bereits auf den Versand von Millionen Artikeln vor.
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