Aluminiumpreis: Verrückte Rallye – was ist da los?

Der Aluminiumpreis erreicht ein Vierjahreshoch, angetrieben durch den Iran-Krieg und massive Versorgungsengpässe. Produzenten wie Rio Tinto verzeichnen Kursgewinne.

Auf einen Blick:
  • Aluminiumpreis auf Vierjahreshoch
  • Iran-Krieg als Haupttreiber
  • Spotpreis übersteigt Futures deutlich
  • Rio Tinto-Aktie profitiert stark

Auch am Montag notierte der Aluminiumpreis über 3.700 US-Dollar pro Tonne und damit auf einem Vierjahreshoch. Auf 1-Jahres-Sicht hat sich das wichtige Leichtmetall um rund 53 % verteuert. Allein seit Ende Februar stehen die Alu-Futures an der Londoner Börse mit knapp 18 % im Plus (Stand: 01.06.2026, 10:00 Uhr).

Aluminiumpreis: Iran-Krieg verschärft Engpässe

Der Iran-Krieg erweist sich bei diesem Rohstoff also als deutlicher Kurstreiber. Hintergrund sind die langwierige Schließung der Straße von Hormus sowie Angriffe auf wichtige Schmelzanlagen in der Region. Der Nahe Osten ist für etwa 10 % des weltweiten Aluminiumangebots verantwortlich.

Durch die erheblichen Logistik- und Produktionsprobleme vor Ort hat sich der ohnehin knappe Weltmarkt zusätzlich verengt, was die Marktpreise antreibt. Branchenkenner sprechen inzwischen von den größten Aluminium-Engpässen seit Jahrzehnten.

Aluminiumpreis: Spotpreis übersteigt Futures-Preis deutlich

Ende letzter Woche stiegen gar die Spot-Preise um knapp 100 Dollar über die in London gehandelten Dreimonats-Futures. Normalerweise sind Futures teurer als Spotprodukte, weil Lagerung, Finanzierung und Versicherung Kosten verursachen.

Wenn aber der Spotpreis plötzlich deutlich höher ist, spricht man von Backwardation – ein klassisches Zeichen für:

  • sofortige Knappheit
  • hohen Bedarf an physischem Metall
  • zu geringe Lagerbestände.

Aluminium wird knapp

Die Spot-Prämie auf die Futures ist laut Bloomberg so hoch wie seit 2007 nicht mehr. Die physischen Engpässen sind also inzwischen deutlich sichtbar. Nach Berechnungen von Bloomberg würden die Lagerbestände der drei großen Metallbörsen LME (London), CME (Chicago) und SHFE (Shanghai) die globale Nachfrage aktuell nur noch fünf Tage decken können. Neben Aluminum sind von den Engpässen vor allem Zink und Kupfer, in geringerem Maße aber auch Zinn, Blei und Nickel betroffen.

Rio Tinto-Aktie profitiert

Profiteure steigender Aluminiumpreise sind große Produzenten wie Rio Tinto, die außerhalb des Nahen Ostens aktiv sind. Die Aktie, die auch von den gestiegenen Kupfer-, Eisen- und Lithiumpreisen profitiert, steht auf 6-Monats-Sicht mit 46 % im Plus (Stand: 01.06.2026, 10:30 Uhr, Tradegate).

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