Kräftig gestiegene Anleiherenditen setzen die Aktienmärkte unter Druck. Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen von über 5,3 Prozent machen festverzinsliche Papiere wieder zu einer ernsten Konkurrenz für Dividendentitel.
Der Tabakkonzern Altria behauptet sich in diesem Umfeld bemerkenswert stabil. Anleger suchen im Vorfeld der nächsten Zwischenbilanz gezielt nach verlässlichen Mittelzuflüssen.
Gespaltene Analysten vor den Zahlen
Am 29. Oktober legt Altria die Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Am Markt wird ein bereinigter Gewinn je Aktie von 1,50 US-Dollar bei einem Quartalsumsatz von 5,33 Milliarden US-Dollar erwartet. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management eine Spanne von 5,61 bis 5,72 US-Dollar je Aktie an.
Die Einschätzungen der Analystenhäuser klaffen allerdings weit auseinander. Die Skepsis speist sich vor allem aus dem anhaltenden strukturellen Mengenrückgang im traditionellen Tabakgeschäft.
Preissetzungsmacht federt Mengenverluste ab
Dass Altria seine Erträge trotz rückläufiger Raucherzahlen stabil hält, liegt an der konsequenten Preisgestaltung im Stammgeschäft. Im zweiten Quartal sanken die inländischen Auslieferungen zwar um 3,2 Prozent. Zugleich glichen Preiserhöhungen von 4,5 Prozent diesen Rückgang jedoch wieder aus. Die Kernmarke Marlboro behauptete dabei einen Marktanteil von knapp 60 Prozent im US-Premiumsegment.
Parallel dazu treibt das Unternehmen den Wandel zu rauchfreien Alternativen voran. Die Auslieferungen der tabakfreien Nikotinbeutel der Marke on! legten seit Jahresbeginn um 5,1 Prozent zu. Mittlerweile entfallen fast 60 Prozent des Volumens in der Sparte für rauchfreie Tabakprodukte auf diese Marke.
Hohe Ausschüttungen im Zinsvergleich
Trotz des Zinsanstiegs bleibt die Ausschüttungskraft das zentrale Argument vieler Investoren. Nach der Erhöhung der vierteljährlichen Dividende auf 1,11 US-Dollar schüttet das Unternehmen annualisiert 4,44 US-Dollar je Anteilsschein aus. Der freie Cashflow reichte bislang aus, um diese Zahlungen zu decken. Für das Gesamtjahr wird ein freier Mittelzufluss von rund zehn Milliarden US-Dollar erwartet.
Zusätzlichen Rückhalt lieferte vor rund einem Monat ein Aktienkauf durch ein Direktoriumsmitglied. Ob der defensive Lauf anhält, entscheidet sich am 29. Oktober. Dann muss das Management belegen, dass die Preiserhöhungen die schrumpfenden Zigarettenmengen weiterhin überkompensieren können.
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