Die Alstom-Aktie findet immer noch keinen Boden. Nachdem der Kurs des französischen Bahntechnikkonzerns Ende vergangener Woche um fast 30 Prozent in die Tiefe rauschte, geht es auch am Freitag um über drei Prozent nach unten. Was macht der Alstom-Aktie momentan so stark zu schaffen?
Kommt eine Kapitalerhöhung?
Es sind immer noch die Nachwehen der Senkung der finanziellen Ziele letzte Woche, die der Alstom-Aktie zu schaffen machen. Der schmerzhafteste Punkt für Investoren ist die Rücknahme des mittelfristigen Ziels für den Free Cashflow. Ursprünglich wollte Alstom bis zum Geschäftsjahr 2026/27 kumuliert 1,5 Milliarden Euro generieren. Diese Prognose wurde ersatzlos gestrichen.
Für das erste Halbjahr des neuen Geschäftsjahres rechnet der Konzern nun sogar mit einem massiven Mittelabfluss von 1,5 Milliarden Euro. Das weckt bei Anlegern schlimme Erinnerungen an die Liquiditätskrise von 2023.
Obwohl die Auftragsbücher mit über 100 Milliarden Euro prall gefüllt sind, bekommt Alstom die PS nicht auf die Straße. Die EBIT-Marge lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit ca. 6 Prozent unter der eigenen Zielmarke von 7 Prozent. Auch das langfristige Ziel einer Marge von 8 bis 10 Prozent wurde auf nunmehr 6,5 Prozent bis Ende 2026/27 zusammengestrichen.
An der Börse wächst die Sorge, dass Alstom seine Schulden ohne frisches Geld von den Aktionären nicht in den Griff bekommt. Analysten der Deutschen Bank und von JPMorgan äußerten sich skeptisch darüber, ob das Unternehmen sein „Investment Grade“-Rating ohne eine Kapitalerhöhung halten kann.
Das Vertrauen ist angekratzt
Eine Ausgabe neuer Aktien würde den Wert der bestehenden Anteile massiv verwässern, was viele Anleger dazu bewegt, ihre Positionen bereits jetzt zu liquidieren. Der Markt reagiert so allergisch, weil Alstom nach der Bombardier-Übernahme bereits mehrfach versprochen hatte, die Cashflow-Probleme gelöst zu haben. Dass die Prognosen nun erneut so deutlich gekappt werden mussten, hat zu einem massiven Vertrauensverlust gegenüber dem Management geführt.
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