Der Schweizer IT-Distributor Also hat im ersten Halbjahr 2026 einen Wachstumsschub verzeichnet, der auch erfahrene Branchenbeobachter aufhorchen lässt. Der Konzerngewinn kletterte um 61 Prozent auf 69 Millionen Euro. Treiber ist ausgerechnet jenes Thema, das derzeit die gesamte Tech-Branche antreibt: der Boom rund um künstliche Intelligenz und Cloud-Computing.
KI-Nachfrage treibt Umsatz und Marge
Der Umsatz stieg um 21 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Also begründet das mit steigendem Rechenbedarf, wachsenden Datenmengen und dem zunehmenden Einsatz von KI-Anwendungen bei Kunden — Faktoren, die den Bedarf an leistungsfähiger Technologie in die Höhe treiben. Das EBITDA legte um 29 Prozent auf 162 Millionen Euro zu, die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) verbesserte sich um 1,2 Prozentpunkte auf 13,0 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Cloud-Geschäft. Dessen Umsatz wuchs um 31 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, getragen von einem Anstieg der Nutzerzahl auf 6 Millionen und einer höheren Monetarisierung je Nutzer. Hinzu kommen höhere Margen in allen drei Geschäftsmodellen des Unternehmens sowie Kosteneinsparungen aus Logistik- und Effizienzprogrammen, die die EBITDA-Marge auf 2,0 Prozent hoben.
Übernahmen laufen, Kasse schrumpft
Die im vergangenen Jahr übernommenen Gesellschaften in Großbritannien, Irland, Frankreich und Italien integriert Also nach eigenen Angaben planmäßig. Im Mai kam mit dem IT-Geschäft von Datamatic in Italien eine weitere, überschaubare Akquisition hinzu. Das Unternehmen prüft weitere Zukäufe.
Die liquiden Mittel sanken deutlich — von 829,88 Millionen Euro Ende 2025 auf 240,72 Millionen Euro zum 30. Juni. Ein Teil davon fließt in das im März beschlossene Aktienrückkaufprogramm von bis zu 120 Millionen Euro. Bis Ende Juni hatte Also bereits 290.989 eigene Aktien für 50,2 Millionen Euro zurückgekauft. Die Bilanzsumme reduzierte sich parallel leicht auf 5,05 Milliarden Euro.
Für das zweite Halbjahr bleibt die Sichtbarkeit nach eigener Einschätzung eingeschränkt — geopolitische Unsicherheiten und schwer kalkulierbare Nachfrage- und Preisentwicklungen erschweren die Prognose. Also hält dennoch an der Jahres-Guidance fest: Ein EBITDA zwischen 300 und 340 Millionen Euro und ein ROCE über 20 Prozent sollen es werden.
Einen aktualisierten Ausblick will das Unternehmen im vierten Quartal auf einem Investorenevent liefern. Bis dahin bleibt der KI-getriebene Nachfrageschub die zentrale Story hinter den Zahlen.
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