Liebe Leserinnen und Leser,
mit einem Paukenschlag ist der Alphabet-Konzern in das Jahr 2026 gestartet. Am vergangenen Mittwoch legte der Google-Mutterkonzern seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor – und die waren hervorragend. der Markt quittierte sie folgerichtig mit einem kräftigen Kursaufschlag.
Seit Jahresbeginn hat die Alphabet-Aktie bereits 21% zugelegt, für einen Konzern dieser Größe eine beachtliche Wertsteigerung. An der Börse sind es eben doch häufig die großen Branchen-Spieler, die über lange Zeiträume den meisten Gewinn abwerfen, beziehungsweise ein äußerst attraktives Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen.
Geschäftszahlen im Überblick
Alphabets Umsatz kletterte im ersten Quartal auf 109,9 Mrd. USD – ein Anstieg von 22% gegenüber dem Vorjahreszeitraum und das elfte Quartal in Folge mit zweistelligem Umsatzwachstum. Der Analystenkonsens hatte laut meines Datenanbieters rund 107,2 Mrd. USD auf dem Zettel; Alphabet übertraf diese Erwartung also um gut 2,5% – was im Milliardenbereich kein Pappenstiel ist. Das Betriebsergebnis stieg um 30% auf 39,7 Mrd. USD, die operative Marge weitete sich um zwei Prozentpunkte auf 36,1% aus.
Beim Gewinn je Aktie ist eine wichtige Unterscheidung zu treffen. Das Ergebnis betrug 5,11 USD je Aktie und lag damit weit oberhalb der Analystenerwartung – der Grund war jedoch ein einmaliger Buchgewinn auf Wertpapierbeteiligungen in Höhe von rund 37 Mrd. USD. Bereinigt – also aus dem operativen Geschäft heraus, erzielte Alphabet ein EPS von rund 2,62 USD und verfehlte die Erwartung von 2,63 USD damit um einen Cent. Das tut dem Gesamtbild keinen Abbruch – zeigt aber, dass für Investoren präzises Lesen der Zahlen wichtig bleibt, um nicht Einmaleffekten aufzusitzen.
Google Cloud: Die dritte Kraft im globalen Markt mit starkem Wachstum
Das eigentliche Highlight des Quartals war Google Cloud. Das Segment erzielte einen Umsatz von 20,0 Mrd. USD – ein Zuwachs von +63% gegenüber dem Vorjahreswert von 12,3 Mrd. USD und deutlich oberhalb der Analystenprognose von rund 18,1 Mrd. USD. Der auf Jahresbasis hochgerechnete Cloud-Umsatz überschreitet damit mittlerweile die Marke von 80 Mrd. USD – womit sich Google Cloud endgültig als dritte Kraft im globalen Cloud-Markt etabliert hat. Die operative Cloud-Marge näherte sich 33%, das Segment-Betriebsergebnis erreichte rund 6,6 Mrd. USD.
Alphabet wächst also hochprofitabel und im Cloud-Geschäft derzeit schneller als Microsoft Azure und Amazon Web Services. Besonders bemerkenswert ist dabei der Blick nach vorne, denn der Cloud-Auftragsbestand hat sich im Jahresvergleich annähernd auf über 460 Mrd. USD verdoppelt. Vereinfacht gesagt hat Alphabet bereits Aufträge in den Büchern, die rechnerisch für die nächsten fünf bis sechs Jahre Umsatz sichern – selbst wenn kein einziger neuer Vertrag dazukäme.
KI stärkt die Suche statt sie zu kannibalisieren
Google Search, das Kerngeschäft im Werbesegment, legte ebenfalls robust zu: Der Suchumsatz stieg um +19% auf 60,4 Mrd. USD. Dass die KI-Integration – etwa durch die breit ausgerollten AI Overviews – bislang keine kannibalisierenden Effekte auf das Anzeigengeschäft zeigt, ist für Langfristanleger eine der zentralen Botschaften dieses Quartals. CEO Sundar Pichai bestätigte, dass die Suchanfragen auf einem Allzeithoch liegen. In einer kurzen Schwächeperiode der Aktie kamen am Markt Sorgen auf, dass KI-Tools die Google-Suche ablösen würden. Die Zahlen zeigen, dass diese Sorge zumindest bis heute nicht stimmt.
Investoren „verzeihen“ dank starker Zahlen höhere Investitionen
Alphabet konnte den Investoren weitere Highlights präsentieren. So stieg die Zahl bezahlter Abonnements erstmalig über 350 Mio. Das Gemini-Enterprise-Produkt verzeichnete im Quartal ein Nutzerwachstum von 40% gegenüber dem Vorquartal bei den zahlenden monatlich aktiven Nutzern. Das Nettoergebnis verdoppelte sich – dank des erwähnten Einmaleffekts – auf 62,6 Mrd. USD. Das Management will die Investoren am Erfolg teilhaben lassen und erhöhte die Quartalsdividende um 5% auf 0,22 USD je Aktie.
Unter dem Strich kann man sagen, dass Alphabet das erste Quartal 2026 genutzt hat, um kritischen Investoren zu zeigen, dass der vieldiskutierte KI-Gegenwind für das Suchgeschäft bislang ausbleibt – und dass die eigene KI-Strategie gleichzeitig das Cloud-Segment auf ein neues Wachstumsniveau hebt. Unternehmensboss Sundar Pichai brachte es in der nachbörslichen Telefonkonferenz auf den Punkt: Die KI-Investitionen „zünden“ in allen Bereichen des Geschäfts gleichzeitig. Das war sicher auch ein Grund, warum die Anleger die Ankündigung höherer Investitionen im Korridor 180 bis 190 Mio. Dollar gelassen aufnahmen.
Alphabet-Aktie sollte solides Standard-Investment in jedem Depot sein
Alphabet ist meines Erachtens ein klassischer Alltime Buy und braucht kein Timing. Das Geschäftsmodell verbindet das profitabelste Werbesystem der Welt mit einer der am schnellsten wachsenden Cloud-Plattformen sowie den Bereichen Gemini, Waymo und andere. Wer auf die KI-Disruption des Suchgeschäfts gewettet hat, liegt ganz offensichtlich falsch.
Alphabet ist kein Opfer der KI-Revolution – es ist einer ihrer Hauptprofiteure und die Aktie gehört meines Erachtens in jedes gute Technologie-Depot. Die Frage ist letztlich nicht, ob man investiert ist, sondern ob man genug gekauft hat.
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