Alphabet steckt mitten in einer Woche mit gleich mehreren Baustellen – und die jüngste betrifft ausgerechnet das Zukunftsprojekt Waymo. Der Robotaxi-Dienst des Google-Mutterkonzerns erwägt einem Bericht der Financial Times zufolge, die Partnerschaft mit Uber zu beenden. Der Grund: zunehmende Reibereien zwischen beiden Unternehmen.
Riss zwischen Waymo und Uber
Laut dem Bericht wirft Waymo dem Fahrdienstvermittler Probleme bei Sauberkeit und Routenführung der Fahrzeuge vor. Uber wiederum kritisiert, dass Waymo-Fahrzeuge bei schlechtem Wetter plötzlich nicht verfügbar seien, und spricht von finanziell nicht tragfähigen Konditionen. Die Kooperation, 2023 gestartet, wurde bereits Ende Juni in Phoenix eingestellt. Aktuell laufen Waymo-Fahrten über die Uber-Plattform nur noch in Austin und Atlanta – Waymo hat Uber nach dem Bericht informiert, ab Januar 2028 unabhängig in diese Märkte einzusteigen, sobald der bestehende Vertrag dies erlaubt.
Trump droht mit Handelsuntersuchung
Parallel dazu eskaliert der Streit mit Brüssel. Die EU-Kommission hatte Google am Donnerstag mit insgesamt 890 Millionen Euro belegt – 460 Millionen Euro wegen Bevorzugung eigener Dienste in der Suche, weitere 430 Millionen Euro wegen Einschränkungen für alternative Bezahlwege im Play Store. US-Präsident Donald Trump reagierte umgehend und kündigte eine Untersuchung nach Section 301 des US-Handelsgesetzes an. Er bezeichnete die EU-Praxis als „Robbing“ amerikanischer Unternehmen und bezifferte die Gesamtsumme der Google-Strafen aus Brüssel inzwischen auf über 18 Milliarden Dollar.
Diese neue Front reiht sich in eine ohnehin angespannte Woche ein. Erst am Donnerstag hatte Alphabet mit den Quartalszahlen für Aufsehen gesorgt: Der Cashflow rutschte erstmals seit dem Börsengang 2004 ins Minus, weil die Investitionen in Rechenzentren und eigene KI-Chips deutlich schneller wuchsen als das operative Geschäft. Die Aktie brach daraufhin zweistellig ein und fiel auf 317,69 Dollar, bevor sie sich am Freitag wieder stabilisierte und zeitweise über 319 Dollar handelte.
Die Gemengelage bleibt komplex: Auf der einen Seite belastet der Cashflow-Schock aus dem Quartalsbericht weiterhin die Stimmung, auf der anderen Seite droht mit dem Section-301-Verfahren ein handelspolitischer Nebenschauplatz, dessen Ausgang offen ist. Für das Robotaxi-Geschäft rückt derweil der Januar 2028 als möglicher Wendepunkt in den Blick – dann könnte Waymo erstmals ganz ohne Uber-Plattform in den betroffenen Märkten fahren.
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