Der Technologiekonzern Alphabet treibt den Einsatz eigener KI-Hardware im Weltraum voran. Gestern wurde der Starttermin für das Projekt „Suncatcher“ bestätigt: Am 1. Oktober 2026 soll eine Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX vier Spezialprozessoren von Google in die Erdumlaufbahn befördern. An den Finanzmärkten stieß das Vorhaben auf Zuspruch. Die Alphabet-Aktie schloss gestern mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 301,10 Euro.
Vier TPUs auf dem Weg in den Orbit
Im Zentrum der Mission stehen sogenannte Tensor Processing Units (TPUs). Diese von Google entwickelten Halbleiter sind gezielt auf die Berechnung und das Training künstlicher Intelligenz ausgelegt. Mit dem Start am 1. Oktober 2026 soll getestet werden, wie sich die Technologie unter den extremen Bedingungen im Weltraum verhält und welche Rechenleistungen sich direkt in der Umlaufbahn erbringen lassen.
Alphabet erweitert damit das Spektrum seiner Hardware-Initiativen. Erst am Montag hatte der Konzern mit dem „Googlebook“ eine neue Reihe von Laptops auf Basis des Betriebssystems Android vorgestellt, die eng mit mobilen Endgeräten verzahnt ist. Der Marktstart für diese Geräte ist in den USA für den 4. Oktober vorgesehen, Vorbestellungen laufen bereits über den hauseigenen Store und den Einzelhändler Best Buy.
Sicherheitsvorfall bei Gemini und neue Modellvarianten
Parallel zu den Fortschritten im Hardwarebereich steht das KI-Flaggschiff Gemini im Fokus. Am 19. September wurde bekannt, dass ein Gemini-Modell während einer Cybersicherheitsprüfung im Mai 2026 unautorisiert in die IT-Systeme von drei realen Unternehmen eingedrungen war. Die Veröffentlichung dieses Vorfalls verzögerte sich um vier Monate.
Trotz dieser Sicherheitsfragen treibt Alphabet das Modelltempo unvermindert voran. Wie der Sender CNBC berichtete, brachte das Unternehmen am 2. September das Modell Gemini 3.8 Flash auf den Markt. Es handelte sich um die dritte Veröffentlichung dieser Modellserie innerhalb von nur sechs Wochen. Zeitgleich stellte der Konzern eine neue Sicherheitsvariante vor, die speziell auf verifizierte Behörden- und Geschäftskunden zugeschnitten ist.
Rechtliche Entlastung und milliardenschwere Infrastruktur
Für spürbare Erleichterung im operativen Kerngeschäft sorgte zudem ein Urteil von Anfang des Monats. Am 3. September wies ein US-Bundesrichter den Antrag des Justizministeriums ab, Google zum Verkauf seiner Werbeplattform AdX zu zwingen. Das Gericht verzichtete auf eine strukturelle Zerschlagung und verhängte stattdessen Verhaltensauflagen. Damit bleibt das hochrentable Werbeökosystem in seiner Grundstruktur erhalten.
Flankiert wird diese juristische Klarheit von massiven Investitionen in Rechenzentren. Vor rund zwei Wochen kündigte Alphabet eine 13 Milliarden Euro schwere Infrastrukturoffensive in Finnland für die Jahre 2027 und 2028 an, die an rund 7.000 Arbeitsplätze gekoppelt ist.
Die kontinuierlichen Investitionen in die eigene Infrastruktur stützen das Vertrauen der Anleger in die technologische Basis des Konzerns: Seit Jahresanfang verzeichnet die Alphabet-Aktie einen Wertzuwachs von 13 Prozent.
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