Google will das Spielemachen zum Massenphänomen machen. Gemeinsam mit Unity kündigt der Konzern eine KI-Plattform an, die Games per Textbefehl erzeugt, ganz ohne Programmierkenntnisse. Die Börse reagierte prompt, allerdings bei einem anderen Titel.
Playground ist schon live
Der Einstieg heißt Playground. Die experimentelle Plattform steht Nutzern ab 18 Jahren bereits zur Verfügung und erzeugt spielbare Games aus natürlicher Sprache. Später in diesem Jahr soll Unity Spark folgen. Das Produkt baut auf Playground auf und soll professionelle Spielmechaniken, hochwertige 3D-Grafik und die Unity-Laufzeitumgebung bieten.
Die Anbindung an Google Play Games liefert Ranglisten, Multiplayer-Matchmaking und Community-Funktionen. Öffentliche Kreationen lassen sich teilen und liken. Google will zudem gelungene Spiele über das eigene Netzwerk bewerben. Für Ersteller ist das ein potenzieller Reichweitenvorteil.
Am deutlichsten spürte Roblox die Ankündigung. Die Aktie des Konkurrenten gab vorbörslich zeitweise bis zu 8 Prozent nach und lag zuletzt rund 5 Prozent im Minus. Die Alphabet-Aktie selbst bewegte sich im Tagesverlauf kaum, vorbörslich gab sie im Gleichklang mit dem Nasdaq-Umfeld leicht nach.
Weitere KI-Schritte und Gegenwind aus Brüssel
Parallel erweitert Google sein Werkzeug SynthID Detector weltweit auf Englisch. Es erkennt KI-generierte Bilder, Videos und Audiodateien von Google und Partnern wie OpenAI und Nvidia, bald auch von Apple. Die integrierten Prüffunktionen in Suche, Gemini-App und Chrome verarbeiten bereits über eine Million Anfragen täglich.
Der Strombedarf der KI bleibt ein eigenes Thema. Mit Constellation Energy schloss Google Verträge über insgesamt 3.590 Megawatt. Davon stammen rund 890 Megawatt aus modernisierten Atomkraftwerken, die ab 2028 liefern sollen. Der Rest entfällt auf einen 15-jährigen Vertrag ohne feste Energiequelle. Der Deal gab auch australischen Uran-Werten Auftrieb.
Regulatorisch zieht es sich zu. Brüssel erwägt Medienberichten zufolge, Tech-Konzerne über eine breite Abgabe für alle großen Unternehmen zu belasten. Geplant wäre ein jährlicher Pauschalbeitrag für Firmen mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz in der EU. Damit ließe sich eine reine Digitalsteuer vermeiden, die US-Präsident Donald Trump mit 100 Prozent Zöllen beantworten wollte.
Kurzfristig zählt der Termin für Unity Spark: Er ist für später in diesem Jahr angekündigt und zeigt, ob aus dem Experiment ein ernsthafter Plattformangriff auf Roblox wird.
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