Der Kapitalhunger der Tech-Konzerne treibt inzwischen auch die Anleihemärkte in ungewohnte Regionen. Alphabet sucht offenbar rund 3,5 Milliarden Dollar über eine Anleihe in australischen Dollar. Es ist ein weiteres Kapitel in der Finanzierungsgeschichte eines Konzerns, der seine Investitionen in KI-Infrastruktur derzeit in enormem Tempo hochfährt.
Milliardenbedarf treibt Anleihemärkte
Die Nachfrage der großen Hyperscaler nach frischem Kapital verändert gerade die globalen Anleihemärkte spürbar. Alphabet reiht sich mit dem geplanten Bond in Australien in eine Reihe von Emissionen ein, die Investoren zunehmend preissensibel werden lassen.
Marktbeobachter verweisen darauf, dass die schiere Menge an Emissionen der Hyperscaler die Nachfrage nach langlaufenden Staatsanleihen verdrängt und so zum allgemeinen Anstieg der Renditen am langen Ende beiträgt.
Der Google-Mutterkonzern hatte bereits im Juni über eine große Kapitalerhöhung rund 85 Milliarden Dollar eingesammelt, begleitet von großen Bankhäusern. Die neue Anleihe in Australien fügt sich in dieses Muster: Alphabet finanziert den Ausbau von Rechenzentren und KI-Kapazitäten über mehrere Kanäle gleichzeitig, statt sich auf eine einzelne Kapitalquelle zu verlassen.
Datenkauf und Streaming-Deal als Nebenschauplätze
Neben der Finanzierungsseite bewegt sich auch operativ einiges bei der Google-Tochter. Ein US-Insolvenzgericht hat die Anhörung zum umstrittenen Kauf von Unternehmensdaten der insolventen Spirit Airlines auf den 9. September verschoben.
Die Flugbegleiter-Gewerkschaft AFA hatte Einspruch eingelegt, weil sie Rückschlüsse auf einzelne Mitarbeiter durch verknüpfte Datensätze befürchtet. Google will mit dem für 10 Millionen Dollar erworbenen Datenpaket eigenen Angaben zufolge seine KI-Modelle trainieren, betont aber, dass keine Kunden- oder Treueprogrammdaten enthalten seien.
Parallel dazu verhandelt YouTube mit der NBA über ein Streaming-Paket für lokale Team-Übertragungen ab der Saison 2027/28. Je nach Anzahl teilnehmender Teams könnte der Deal einen Wert von 850 Millionen bis über 1,2 Milliarden Dollar erreichen. Sports Business Journal zufolge könnten bis zu 29 der 30 NBA-Teams teilnehmen, die Toronto Raptors bleiben wegen eines bestehenden Vertrags außen vor.
Die Verschiebung der Gerichtsanhörung auf September und der Fortgang der NBA-Gespräche bleiben zwei Termine, die in den kommenden Wochen Klarheit über Details liefern dürften. Die Größenordnung der australischen Anleihe unterstreicht unterdessen, wie sehr der KI-Investitionszyklus die Finanzierungsstrategie des Konzerns inzwischen prägt.
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