Ein Kursrutsch von mehr als zwölf Prozent bei einem Konzern dieser Größe bleibt nicht lokal. Nach den Quartalszahlen riss Alphabet am Donnerstag die Technologiewerte weltweit mit nach unten. Am Freitag spürten die Börsen in Tokio und Seoul die Folgen.
Umsatzplus, aber negativer Cashflow
Dabei wuchs das Geschäft kräftig. Der Umsatz im dritten Quartal stieg um 25 Prozent auf 127,6 Milliarden Dollar, getragen vom Cloudboom. Auch operativ verdiente der Konzern mehr.
Den Anlegern genügte das nicht. Der Gewinn verfehlte die Erwartungen, der freie Cashflow rutschte wegen der Milliardeninvestitionen in KI-Rechenzentren ins Minus. Hinzu kommt: Neue, KI-basierte Suchformate bringen bislang weniger Werbeerlöse und belasten damit das Kerngeschäft. Genau dieser Punkt nährte Zweifel, ob sich die gewaltigen KI-Ausgaben auszahlen.
Die Aktie schloss an der Nasdaq bei 283,82 Dollar, ein Minus von 12,6 Prozent. Nachbörslich gab sie weitere 1,6 Prozent ab. Technisch rückt nun die Unterstützung aus dem Februar in den Blick.
Ansteckung an den Märkten
Der Nasdaq-Index verlor am Donnerstag 1,4 Prozent, Alphabet führte die Verlierer an. In Asien setzte sich die Bewegung fort. Der Nikkei fiel um 2,1 Prozent, der Kospi in Seoul gab 3,5 Prozent nach.
Besonders traf es KI-nahe Werte. Softbank verlor 6 Prozent, der Speicherchip-Hersteller SK Hynix 7,1 Prozent. Marktbeobachter sprachen von wieder erwachten Zweifeln an der Tragfähigkeit der KI-Investitionen. Auch der Goldpreis geriet laut Analysten der ANZ unter Druck, weil Anleger Positionen auflösen, um Verluste in Tech-Portfolios zu decken.
Einen positiven Akzent setzte eine neue Kooperation. NielsenIQ will seine Handelsdaten mit Googles Shopping Graph verknüpfen und führt Google Cloud sowie Gemini for Business im gesamten Unternehmen ein. Auf die Kursreaktion hatte das keinen erkennbaren Einfluss.
Der Kurs bewegt sich nun auf die Februar-Marke zu. Fällt sie, rückt der nächste Rückhalt in den Blick, hält sie, könnte die Konsolidierung nach dem Zahlenschock ausklingen.
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