Alphabet Aktie: Googlebooks startet Vorbestellungen

Symbolbild, KI-generiert

Alphabet bringt fünf Android-Notebooks von Partnerherstellern auf den Markt und erhält zugleich ein höheres Kursziel von Evercore.

Auf einen Blick:
  • Fünf Notebook-Modelle starten im Vorverkauf
  • Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo beteiligt
  • Googlebook OS führt Android nativ aus
  • Evercore hebt Alphabet-Kursziel auf 450 Dollar

Google wagt den bisher weitreichendsten Vorstoß in das traditionelle Computer-Segment. Unter dem Namen Googlebooks bringt der Technologiekonzern eine neue Kategorie von Notebooks an den Start, die auf einem eigens entwickelten Betriebssystem auf Android-Basis laufen. Vorbestellungen für die ersten fünf Geräte namhafter Hardwarehersteller beginnen heute. Die Alphabet-Aktie legte im heutigen Handel um 2,0 Prozent auf 310,10 Euro zu.

Partnerschaften statt eigener Hardware

Für den Marktstart setzt Google vollständig auf etablierte Branchengrößen. Fünf Modelle von Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo stehen zum Auftakt bereit. Die Einstiegspreise der Geräte bewegen sich in einer Spanne von 899 bis 1.299 US-Dollar. Der offizielle Verkaufsstart ist für den 4. Oktober in den USA und für den 5. Oktober in weiteren Ländern wie Deutschland geplant.

Technisch positioniert der Konzern die Reihe im Premium-Segment, um Konkurrenten wie das MacBook von Apple oder gehobene Windows-Notebooks herauszufordern. Die Laptops sind mit OLED-Touchscreens, mindestens 16 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie Chipsätzen von Intel oder Qualcomm bestückt. Zehn Jahre garantierte System-Updates sollen den Nutzern langfristige Planungssicherheit bieten.

Die strategische Zielsetzung formulierte Sameer Samat, Präsident des Android-Ökosystems, deutlich: Man wolle den weltweiten Smartphone-Nutzern ein nahtloses Zusammenspiel zwischen Mobiltelefon und tragbarem Rechner ermöglichen. Entsprechend stehen Funktionen zur direkten Fortführung von Handy-Apps und gemeinsamen Datenverwaltung im Mittelpunkt.

Tiefe Verzahnung mit Gemini

Herzstück der neuen Produktlinie ist das Betriebssystem Googlebook OS, das den Android-Software-Stack nutzt und mit Desktop-Elementen verknüpft. Damit emanzipiert sich das Unternehmen von der bisherigen Beschränkung reiner Webanwendungen früherer Chromebooks. Android-Programme laufen nun nativ auf den Geräten, während eine isolierte Linux-Umgebung zusätzliche Software-Möglichkeiten für professionelle Anwender schafft.

Künstliche Intelligenz spielt bei der Bedienung eine tragende Rolle. Durch verbaute neuronale Recheneinheiten mit einer Leistung von über 45 TOPS werden KI-gestützte Werkzeuge direkt auf der Hardware ausgeführt.

Dazu zählt etwa die Funktion Magic Pointer, mit der Googles Sprachmodell Gemini direkt über Zeigerbewegungen Bild- oder Textaufgaben im laufenden Arbeitsfluss übernimmt. Um Kunden den Einstieg schmackhaft zu machen, bündelt der Konzern die Geräte mit einem zwölfmonatigen Abonnement für das Premiumpaket Google AI Pro.

Rückenwind aus dem Kerngeschäft

An den Finanzmärkten trifft die Hardware-Offensive auf ein wiedererstarktes Vertrauen in Googles dominierende Marktposition. Evercore-Analyst Mark Mahaney hob das Kursziel für Alphabet von 420 auf 450 US-Dollar an und stuft den Titel weiterhin mit „Buy“ ein.

Als Begründung führt das Analysehaus eine markante Erholung der Marktanteile im Werbe- und Suchmaschinengeschäft an: In einer August-Erhebung gaben 78 Prozent der Befragten Google als primäre Suchmaschine an, nachdem dieser Wert zeitweise auf 70 Prozent abgerutscht war.

Mit einem Zuwachs von 16 Prozent seit Jahresanfang spiegelt der Titel die Zuversicht der Anleger wider. Ob der Vorstoß in das PC-Segment jedoch nennenswerte Marktanteile von Windows und macOS abziehen kann, entscheidet sich ab Anfang Oktober mit der Resonanz der ersten Käufer.

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