Gleich zwei Entwicklungen belasten Alphabet an diesem Mittwoch. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat neue Verhaltenspflichten für Googles Suchdienste erlassen — und die geplante Kapitalaufnahme von 80 Milliarden Dollar sorgt weiter für Gesprächsstoff.
CMA zieht Grenzen bei KI-Suche
Die britische Regulierungsbehörde schreibt Google vor, Inhalte von Verlagen und Nachrichtenorganisationen in KI-generierten Suchergebnissen klar zu kennzeichnen und direkt zu verlinken. Entscheidender noch: Publisher können ihre Inhalte künftig aktiv von KI-Funktionen wie den „AI Overviews“ sowie vom Training von KI-Modellen ausschließen.
Hintergrund ist Googles dominante Stellung: Das Unternehmen kontrolliert mehr als 90 Prozent des britischen Suchmaschinenmarktes. Viele Verlage beklagen seit der Einführung der KI-Übersichten deutliche Rückgänge beim Website-Traffic — die Zusammenfassungen erscheinen ganz oben in den Ergebnissen und verdrängen klassische Links nach unten.
CMA-Chefin Sarah Cardell bezeichnete die Maßnahmen als weltweit einzigartig. Google hat neun Monate Zeit zur vollständigen Umsetzung, muss aber wichtige Teile bereits früher einführen. Alle sechs Monate im ersten Jahr sind Compliance-Berichte fällig. Die Behörde behält sich ausdrücklich vor, weitere Schritte einzuleiten.
Milliarden für KI, Kurs unter Druck
Parallel läuft Alphabets massive Kapitaloffensive. Der Konzern hat angekündigt, 80 Milliarden Dollar für den Ausbau der KI-Infrastruktur aufzunehmen — über Aktienausgaben und private Investitionen. Berkshire Hathaway beteiligt sich mit 10 Milliarden Dollar. Weitere 30 Milliarden sollen über garantierte Emissionsangebote fließen, 40 Milliarden über ein Aktienverkaufsprogramm, das im dritten Quartal starten soll.
CEO Sundar Pichai hat offen eingeräumt, dass die Rechenkapazität derzeit eine der größten Engpässe für Alphabets KI-Geschäft darstellt. Die Kapitalausgaben für 2026 liegen nun bei geschätzten 180 bis 190 Milliarden Dollar.
Die Börse reagierte bereits gestern verhalten: Die Alphabet-Aktie verlor rund 3,8 Prozent. Das Muster ist bekannt — Investoren wägen ab, ob die enormen Ausgaben der großen Cloud- und KI-Konzerne langfristig die erhofften Renditen liefern. Kein Wunder, dass gerade diese Frage den Markt beschäftigt, während Alphabet gleichzeitig neuen Regulierungsdruck aus London verarbeitet.
Die nächste Bewährungsprobe folgt zeitnah: Die CMA hat angekündigt, Googles Suchgeschäft in den kommenden Wochen erneut unter die Lupe zu nehmen — und das auf Basis erweiterter Befugnisse gegenüber marktbeherrschenden Technologiekonzernen.
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