Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat unter der Führung von Greg Abel ihre Position beim Google-Mutterkonzern Alphabet massiv ausgebaut. Inzwischen beläuft sich der Wert der Beteiligung auf rund 31,1 Milliarden US-Dollar, was etwa 9 % des gesamten Portfolios von Berkshire entspricht. Damit hat Alphabet im Portfolio von Warren Buffetts Nachfolger Traditionsaktien wie Coca-Cola überholt. Neben Zukäufen am freien Markt sicherte sich Berkshire im Rahmen einer Privatplatzierung weitere Anteile im Wert von 10 Milliarden US-Dollar. Diese Transaktion, bei der Aktien der Klassen A und C zu Preisen zwischen 348,20 und 351,81 US-Dollar erworben wurden, dient der Finanzierung künftiger KI-Initiativen von Alphabet.
Cloud-Wachstum und erhöhte Investitionsprognose
Parallel zum Vertrauen großer institutioneller Anleger forciert Alphabet seine Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI). Das Unternehmen erhöhte die Prognose für die Investitionsausgaben (CapEx) im Geschäftsjahr 2026 auf eine Spanne von 180 bis 190 Milliarden US-Dollar. Allein im zweiten Quartal beliefen sich diese Ausgaben laut Berichten von TOPONE Markets auf 35,7 Milliarden US-Dollar. Diese Mittel fließen vorrangig in den Ausbau von Rechenzentren, die laut Analyst Gil Luria von D.A. Davidson bereits weitgehend „vorverkauft“ sind, was auf eine hohe zukünftige Nachfrage hindeutet.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt das Cloud-Segment. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz von Google Cloud um 63 % auf 20,03 Milliarden US-Dollar, während sich der Betriebsgewinn des Segments auf 6,6 Milliarden US-Dollar verdreifachte. Der Auftragsbestand der Cloud-Sparte (Backlog) wird auf über 460 Milliarden US-Dollar beziffert. Laut CEO Sundar Pichai übersteigt die Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten derzeit das verfügbare Angebot.
Marktdaten und Analysteneinschätzungen
Die Alphabet-Aktie notierte am Freitag zum Handelsschluss bei 313,10 € und verzeichnete damit einen leichten Rückgang von 0,30 %. Seit Jahresbeginn steht für den Wert jedoch ein Plus von 16,35 % zu Buche. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 3.833,58 Milliarden € bleibt der Konzern eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Aktuell notiert der Kurs etwa 10,73 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 350,75 €, liegt jedoch mit 13,47 % deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 275,92 €.
Analysten bewerten die Aussichten überwiegend positiv. KeyBanc hob das Kursziel jüngst auf 445 US-Dollar an und vergibt die Einstufung „Overweight“. China Renaissance sieht das Ziel sogar bei 485 US-Dollar, während die Bank of America ein Kursziel von 430 US-Dollar ausgibt. Kritisch beäugt wird hingegen die Abwanderung von Führungskräften im KI-Bereich, wie etwa Noam Shazeer zu OpenAI, was von Experten bei Seeking Alpha jedoch als vernachlässigbares Marktrauschen eingestuft wird.
Regulatorischer Druck und Ausblick
Trotz der starken Geschäftszahlen sieht sich Alphabet wachsendem regulatorischem Druck ausgesetzt. Im Vereinigten Königreich wird Google Cloud ab dem 13. Juli 2026 offiziell als „kritischer Drittanbieter“ für den Finanzsektor eingestuft und unterliegt damit einer verschärften Aufsicht. In Indien legte das Unternehmen Berufung gegen ein Urteil des Delhi High Court im Zusammenhang mit Markenrechten bei Suchanzeigen ein.
Die Marktteilnehmer richten ihren Fokus nun auf den 22. Juli 2026, wenn Alphabet die Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen wird. Analysten erwarten im Konsens einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 2,86 US-Dollar, was einer Steigerung von 23,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen würde. Ein neuer Rekord bei Suchanfragen während der Weltmeisterschaft, der zu Werbeausgaben von über 10 Milliarden US-Dollar führte, könnte die Zahlen positiv beeinflussen. Zudem startet das Unternehmen mit „Personal Intelligence“ eine neue KI-Funktion, die Daten aus Gmail und Google Fotos für personalisierte Suchergebnisse verknüpft.
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