Google kämpft an der KI-Front. Während die Konkurrenz das Tempo hochhält, hakt es beim neuen Flaggschiff-Modell Gemini 3.5 Pro. Interne Schwierigkeiten und enttäuschende Trainingsergebnisse belasten die Stimmung kurz vor der Veröffentlichung der neuen Quartalszahlen.
Ermittlungen nach Verzögerung
Berichten zufolge liegt die Entwicklung von Gemini 3.5 Pro mehrere Monate hinter dem Zeitplan. Die Ursache liegt in massiven Problemen beim Coding sowie schwachen Resultaten nach einem Daten-Update Ende Juni. Diese Verzögerungen rufen nun Juristen auf den Plan. Mehrere US-Anwaltskanzleien prüfen Klagen wegen möglicher Verstöße gegen Wertpapiergesetze. Sie untersuchen, ob der Konzern die internen Hürden zu spät öffentlich gemacht hat.
Die Nachricht über die technischen Rückschläge sorgte bereits in der Vorwoche für Verkäufe. Marktbeobachter werten die mangelnde Transparenz kritisch. Sollten die Untersuchungen der Anwälte Substanz haben, drohen dem Konzern teure Sammelklagen. Dies könnte die ohnehin angespannte Stimmung vor der Bilanzvorlage weiter eintrüben.
Spezialmodelle als Antwort
Alphabet versucht die Flucht nach vorn. Parallel dazu stellte das Unternehmen am Dienstag neue Varianten der Gemini-Reihe vor. Die Version Gemini 3.6 Flash soll deutlich effizienter arbeiten als ihr Vorgänger. Der Konzern verspricht eine verbesserte Logik bei komplexen Programmieraufgaben. Indes führt Google spezialisierte Modelle für Cybersicherheit ein. Flankierend dazu startet am Mittwoch die Testphase für den Sicherheits-Agenten CodeMender.
Mit diesen Modellen zielt Google vor allem auf Unternehmenskunden. Die kleineren Ableger sind darauf optimiert, spezialisierte Aufgaben kostengünstiger zu lösen als das große Flaggschiff-Modell. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Profitabilität der KI-Dienste zu steigern. Anleger hoffen, dass diese Nischenprodukte die Verzögerungen beim Hauptmodell zumindest teilweise ausgleichen können.
Warten auf die Cloud-Bilanz
An der Börse hinterlässt die Nachrichtenlage Spuren. Die Alphabet-Aktie notiert derzeit bei 306,00 Euro. Damit liegt das Papier rund 13 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Investoren blicken nun auf den anstehenden Quartalsbericht. Besonders das Margenwachstum der Google Cloud gilt als entscheidender Faktor für den weiteren Kursverlauf.
Trotz der aktuellen Schwächephase steht auf Sicht von zwölf Monaten ein Plus von über 88 Prozent zu Buche. Die Profitabilität der Cloud-Sparte wird nun im Fokus stehen. Anleger erwarten konkrete Beweise für eine erfolgreiche Monetarisierung der KI-Infrastruktur. Alphabet muss beweisen, dass die massiven Ausgaben für Rechenzentren bereits die Erträge stützen. Das Erreichen neuer Bestmarken hängt maßgeblich davon ab, wie schnell der Konzern die Probleme beim Gemini-Modell löst.
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