Alphabet Aktie: Gemini 3.5 Pro verzögert sich um Monate

Google verschiebt Gemini-Launch, Brüssel verschärft Regeln. Trotz Kursrückgang halten Großinvestoren wie Buffett an Alphabet fest.

Auf einen Blick:
  • Gemini 3.5 Pro Start verschoben
  • EU verlangt Öffnung von Android
  • Buffett baut Milliarden-Beteiligung aus
  • Quartalszahlen am 22. Juli erwartet

Ein verspätetes KI-Modell, neue Auflagen aus Brüssel und die Konkurrenz aus China drücken auf die Stimmung – während zugleich Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway an dem Google-Mutterkonzern festhält und Analysten mehrheitlich optimistisch bleiben. Am Freitag schloss die Aktie bei 303,60 Euro, ein Minus von 2,02 Prozent. Damit liegt das Papier 13,44 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 350,75 Euro, das erst im Mai markiert wurde, und 5,14 Prozent unter dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt.

Gemini 3.5 Pro bleibt monatelang aus

Auslöser der jüngsten Verkaufswelle ist ein Bericht von Bloomberg vom 16. Juli. Demnach verschiebt Google den Start seines KI-Modells Gemini 3.5 Pro um mehrere Monate. Konzernchef Sundar Pichai hatte das Modell im Mai auf der Entwicklerkonferenz Google I/O vorgestellt und einen kommerziellen Start für Juni versprochen. Grund für die Verzögerung sind laut Bloomberg unzureichende Coding-Fähigkeiten: Eine Nachtrainierung Ende Juni verfehlte die internen Erwartungen, ältere Modell-Checkpoints schnitten teilweise sogar besser ab als die neue Version. Ein Google-Sprecher erklärte, man teste 3.5 Pro sowie eine überarbeitete Flash-Version derzeit mit Partnern und stehe dazu auch im Austausch mit der US-Regierung. Einen neuen Starttermin nannte das Unternehmen nicht.

Der Zeitdruck wird durch die Konkurrenz verschärft. OpenAI hat mit GPT-5.6 Sol bereits ein Modell im Markt, das nach eigenen Angaben deutlich token-effizienter beim agentenbasierten Programmieren arbeitet. Anthropic bringt seine Mythos- und Fable-5-Modelle voran, Meta positioniert Muse Spark 1.1. Zusätzlichen Druck erzeugt der chinesische Anbieter Moonshot AI, der Mitte Juli sein Open-Weight-Modell Kimi K3 mit 2,8 Billionen Parametern vorstellte und in Coding-Benchmarks vorn liegt. Die Vorstellung von Kimi K3 löste an den Märkten breitere Verwerfungen aus: Der Philadelphia Semiconductor Index fiel am 17. Juli um 5,7 Prozent und rutschte damit in einen Bärenmarkt, nach einem Wochenverlust von rund elf Prozent.

Brüssel verschärft den Regulierungsdruck

Parallel zur Gemini-Verzögerung erhöht die EU-Kommission den Druck auf Google. Nach dem Digital Markets Act muss der Konzern Android künftig für Konkurrenz-KI-Assistenten öffnen: Elf Systemfunktionen sollen ab August 2027 kostenlos zugänglich sein, sofern Sicherheits- und Datenschutzstandards erfüllt sind. Zusätzlich muss Google ab Januar 2027 anonymisierte Suchdaten – Ranking-, Anfrage-, Klick- und Ansichtsdaten – an qualifizierte Wettbewerber wie OpenAI, Perplexity, Ecosia oder DuckDuckGo weitergeben, zu denselben Konditionen, die der Konzern selbst nutzt. Google hat bereits Sicherheits- und Datenschutzbedenken angemeldet. Verschärfend kommt hinzu, dass der Europäische Gerichtshof die milliardenschweren Kartellstrafen gegen Google – 4,1 Milliarden Euro im Android-Fall und 2,4 Milliarden Euro im Shopping-Fall – bestätigt hat.

Buffett und Analysten bleiben zuversichtlich

Trotz der Nachrichtenlast setzen namhafte Investoren weiterhin auf Alphabet. Berkshire Hathaway hat eine Beteiligung von 31 Milliarden Dollar aufgebaut, darunter eine Privatplatzierung über 10 Milliarden Dollar. Warren Buffett begründete den Schritt damit, Alphabet sei „eher ein Gewinner“ angesichts der bisherigen Bilanz des Unternehmens. Der Konzern selbst sammelt derzeit bis zu 80 Milliarden Dollar für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur ein. Auch die Analystenseite bleibt überwiegend positiv: Die Bank of America bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 440 Dollar, BMO Capital hob sein Ziel auf 455 Dollar an. Morningstar sieht den durch Kimi K3 ausgelösten Kursrutsch als überzogen an und hält an seinem faireren Wert von 433 Dollar für Alphabet fest, da die Cloud-Infrastruktur unabhängig vom Ursprung der KI-Modelle von günstiger Inferenz profitiere.

Quartalszahlen am 22. Juli im Fokus

Die nächste wichtige Wegmarke ist bereits terminiert: Alphabet legt seine Zahlen zum zweiten Quartal am 22. Juli nach US-Börsenschluss vor, die Telefonkonferenz folgt um 16:30 Uhr Ostküstenzeit. Der Konsens erwartet einen Gewinn je Aktie von rund 2,87 bis 2,88 Dollar bei einem Umsatz von etwa 117 Milliarden Dollar. Besonderes Augenmerk liegt auf Google Cloud, das im ersten Quartal um 63 Prozent gewachsen war und einen Auftragsbestand von 462 Milliarden Dollar aufweist. Für das Gesamtjahr hat Alphabet seine Investitionsplanung auf 180 bis 190 Milliarden Dollar angehoben – ein Betrag, der zeigt, wie stark der Konzern trotz der Rückschläge bei Gemini weiter auf den Ausbau seiner KI-Kapazitäten setzt.

Alphabet-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alphabet-Analyse vom 18. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Alphabet-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alphabet-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Alphabet: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)