Die EU bereitet eine Rekordstrafe gegen Google vor. Gleichzeitig steckt der Konzern Milliarden in seine KI-Infrastruktur. Ein Strategiespiel auf zwei Ebenen.
EU bereitet Millionenstrafe vor
Die Europäische Kommission will Google eine Strafe im hohen dreistelligen Millionenbereich auferlegen. Grund ist ein Verstoß gegen den Digital Markets Act. Die Untersuchung läuft seit März 2025 und dreht sich um den Vorwurf, dass Google seine eigenen Dienste in der Suche bevorzugt.
Die Entscheidung soll noch vor der Sommerpause fallen. EU-Vertreter betonen, Compliance sei das Ziel. Alphabet kritisiert die DMA-Anforderungen als massive Verschlechterung der Nutzererfahrung. Die neue Strafe käme zu den mehr als acht Milliarden Euro hinzu, die Google bereits in früheren EU-Verfahren zahlen musste.
Milliarden-Partnerschaft für KI-Infrastruktur
Parallel dazu baut Alphabet sein KI-Geschäft aus. Gemeinsam mit Blackstone investiert der Konzern fünf Milliarden Dollar in eine sogenannte „AI-Compute-as-a-Service“-Plattform. Alphabet bringt seine eigenen Tensor Processing Units und die Software-Expertise ein.
Das Ziel: innerhalb eines Jahres 500 Megawatt TPU-Kapazität aufzubauen. Die Gesamtinvestitionen könnten auf 25 Milliarden Dollar steigen. Damit tritt Alphabet gegen spezialisierte Cloud-Anbieter wie CoreWeave an und beliefert künftig auch externe Kunden wie Anthropic und Meta mit seinen Chips. Ein Schritt, der die Abhängigkeit von Fremdhardware reduziert.
Waymo pausiert Autobahnbetrieb
Alphabets Tochter Waymo musste im Mai einen Rückschlag verkraften. Der Robotaxi-Dienst stoppte den Autobahnbetrieb in San Francisco, Los Angeles und Phoenix. Grund waren Sicherheitsvorfälle sowie Probleme mit Überschwemmungen und Baustellen.
Rund 3.800 Fahrzeuge wurden zurückgerufen. Ein Software-Update soll das Verhalten in schwierigen Umgebungen verbessern. Trotz der Rückschläge: Waymo meldet 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche und hat eine Altersverifikation per Audio eingeführt.
Marktlage
Die Alphabet-Aktie notiert bei rund 338 Euro. Das sind knapp zwei Prozent unter dem Rekordhoch vom 14. Mai. Seit Jahresanfang beträgt das Plus 25,5 Prozent. Der operative Rückenwind kommt vor allem von Google Cloud, dessen Umsatz im ersten Quartal um 63 Prozent auf 20 Milliarden Dollar sprang.
Die EU-Entscheidung könnte den Kurs kurzfristig belasten. Langfristig bleibt die Milliarden-Wette auf KI-Infrastruktur der entscheidende Treiber.
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