Warren Buffett bricht sein Schweigen. Der 95-jährige Berkshire-Chairman bestätigt öffentlich, dass er selbst hinter der milliardenschweren Alphabet-Position seines Konzerns steckt. Die Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Google-Mutter nahe ihrem Rekordhoch notiert.
Alphabet schloss am Mittwoch bei 323,85 Euro. Das sind 3,12 Prozent mehr als vor einer Woche und nur noch 7,67 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 350,75 Euro. Auf Jahressicht steht ein Plus von rund 106 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 20,35 Prozent.
Buffett übernimmt die Verantwortung
Bei CNBC stellte Buffett klar, wie die Entscheidungsfindung bei Berkshire funktioniert. Er betonte die Abstimmung mit seinem designierten Nachfolger Greg Abel: „Ich mache nichts, was er nicht billigt. Er macht nichts, was ich nicht billige. Wir sprechen ständig miteinander, aber er entscheidet.“
Die Alphabet-Position ist schnell gewachsen. Berkshire meldete den Einstieg erstmals im dritten Quartal 2025. Anfang 2026 folgten weitere Zukäufe. Im Juni beteiligte sich der Konzern zusätzlich mit zehn Milliarden Dollar an einer Privatplatzierung, mit der Alphabet seine Investitionen in KI-Infrastruktur finanziert.
Mittlerweile beläuft sich das gesamte Engagement auf etwa 31 Milliarden Dollar. Buffett räumte dabei einen früheren Fehler ein: Er habe Alphabet lange übersehen, als das Unternehmen noch als kapitalleichter Liebling der Märkte galt.
Lob mit Vorbehalt
Trotz der Größenordnung zählt Alphabet nicht zu Buffetts Lieblingsbeteiligungen. „Ich mag das Unternehmen nicht so gut wie mindestens vier oder fünf andere Firmen, die wir besitzen“, sagte er offen.
Sorgen bereitet ihm vor allem der Kapitalbedarf im KI-Wettlauf. Google und seine Konkurrenten geben nach seinen Worten „Hunderte Milliarden“ aus, um im Rennen zu bleiben. „Das ist echtes Geld“, so Buffett. Mit Computersoftware habe dieses Spiel früher nichts zu tun gehabt.
Dennoch traut er Alphabet zu, sich im Wettbewerb zu behaupten. Das Unternehmen habe eine bessere Erfolgsbilanz als „90 bis 95 Prozent dessen, was an der Wall Street verkauft wird“ — schließlich gehe es dort primär darum, etwas zu vermarkten.
Einstiegskurse und Etappen
Aus den SEC-Unterlagen geht hervor, zu welchen Kursen Berkshire eingestiegen ist: 351,81 Dollar je Class-A-Aktie und 348,20 Dollar je Class-C-Aktie. Zum Vergleich: Ende September 2025 hielt Berkshire noch Alphabet-Aktien im Wert von rund 4,3 Milliarden Dollar — damals die zehntgrößte Aktienposition des Konzerns.
Der Aufbau erfolgte in drei Schritten. Start war das dritte Quartal 2025, gefolgt von weiteren Käufen bis Anfang 2026. Den vorläufigen Schlusspunkt setzte im Juni die Beteiligung an Alphabets 80-Milliarden-Dollar-KI-Finanzierungsrunde.
Analysten ziehen nach
Charttechnisch bewegt sich die Aktie oberhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 321,35 Euro und deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 277,53 Euro. Der 14-Tage-RSI liegt bei 58 — ein Wert, der Aufwärtsmomentum anzeigt, ohne auf eine überkaufte Situation hinzudeuten.
Auch die Analystenzunft reagiert auf die Dynamik. KeyBanc hob das Kursziel vor den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 von 425 auf 445 Dollar an. Zacks stufte Alphabet von „Hold“ auf „Strong Buy“ hoch.
Buffetts öffentliches Bekenntnis fällt damit in eine Phase, in der Investoren genau beobachten, wie Alphabet seine massiven KI-Investitionen mit entsprechenden Erträgen rechtfertigt. Die nächsten Quartalszahlen dürften zeigen, ob sich die hohen Ausgaben bereits in konkreten Geschäftszahlen niederschlagen.
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