Alphabet steht massiv unter Druck. Ein neues Gerichtsurteil in den USA und drohende Regulierungen in Großbritannien belasten den Google-Konzern. Die Aktie fällt am Dienstag um mehr als fünf Prozent.
Konkret: Ein Richter in Kalifornien lehnte einen Antrag von Google, YouTube und Meta auf einen neuen Prozess ab. Eine Jury hatte die Plattformen zuvor für süchtig machend erklärt – speziell bei jungen Nutzern. Alphabet will in Berufung gehen. Doch das Urteil bleibt eine Hypothek. Es könnte den Weg für weitere Klagen ebnen.
Hinzu kommen verschärfte Pläne aus London. Die britische Regierung erwägt ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige, nächtliche Sperrzeiten und strengere Regeln für Chatbots. Das trifft YouTube direkt. Und es belastet die langfristigen Werbeaussichten des Konzerns.
Kapitalbedarf für die KI-Offensive
Parallel zu den rechtlichen Problemen investiert Alphabet massiv in künstliche Intelligenz. Rund 80 Milliarden Dollar nahm der Konzern im Juni über Aktienplatzierungen ein – inklusive zehn Milliarden Dollar von Warren Buffetts Berkshire Hathaway. Die Mittel fließen in den Ausbau der KI-Infrastruktur.
Allein für 2026 sind Investitionsausgaben zwischen 180 und 190 Milliarden Dollar geplant. Eine Summe, die bei Anlegern immer wieder Fragen zur Verwässerung aufwirft.
Kurs mit Abwärtsdruck
Die Aktie notiert bei 302,30 Euro und damit 13,8 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 350,75 Euro aus dem Mai. Auf Wochensicht beträgt das Minus fünf Prozent. Der RSI von 38,3 deutet auf eine bereits angespannte Lage hin – von überverkauft sprechen Analysten aber erst unter 30.
Die Fundamentaldaten sind indes solide: Alphabet erzielte zuletzt einen Quartalsumsatz von knapp 110 Milliarden Dollar, die operative Marge liegt bei über 46 Prozent. Die Bilanz ist mit über 126 Milliarden Dollar an Barmitteln komfortabel.
Die entscheidenden Termine stehen im Juli an. Dann legt der Konzern die Zahlen für das zweite Quartal vor. Anleger werden genau hinschauen: auf das Werbegeschäft, die Cloud-Sparte – und auf jedes Signal zu den regulatorischen Risiken.
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