Alphabet baut seine eigene KI-Hardware mit Nachdruck aus. Die hauseigenen Tensor Processing Units — kurz TPUs — sind längst kein Nischenprodukt mehr. Sie treiben Googles Gemini-Chatbot an und gewinnen im Cloud-Geschäft zunehmend an Gewicht.
Mit der achten TPU-Generation schickt Alphabet zwei spezialisierte Chips ins Rennen. Der TPU 8t ist auf rechenintensives KI-Training ausgelegt. Der TPU 8i übernimmt Inferenz und verstärkendes Lernen. Beide Chips sind zentral für Alphabets Strategie rund um langlebige KI-Agenten — Systeme, die komplexe Aufgaben eigenständig lösen sollen.
Milliarden-Allianz mit Blackstone
Im Mai 2026 schlossen Google und Blackstone ein gemeinsames Unternehmen mit einem Volumen von fünf Milliarden Dollar. Ziel ist es, bis 2027 eine Rechenkapazität von 500 Megawatt auf TPU-Basis bereitzustellen. Das Modell geht über den klassischen Cloud-Vertrieb hinaus: Kunden können TPUs künftig auch für den Betrieb in eigenen Rechenzentren kaufen. Benjamin Treynor Sloss, ehemals verantwortlich für Googles globale Infrastruktur, übernimmt die Führung des neuen Ventures.
Wachstum mit klaren Zahlen
Die Investitionen zahlen sich messbar aus. Google Cloud erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von über 20 Milliarden Dollar — ein Plus von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten erwarten für das Gesamtjahr rund 96 Milliarden Dollar Cloud-Umsatz, was einem Wachstum von etwa 64 Prozent entspräche.
Alphabet insgesamt verbuchte im ersten Quartal 109,9 Milliarden Dollar Umsatz. Das entspricht einem Jahresplus von 22 Prozent — das elfte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum.
Für dieses Wachstum zahlt Alphabet einen hohen Preis. Das Investitionsbudget für 2026 liegt zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar. Das ist fast doppelt so viel wie die 91 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2025. Für 2027 plant der Konzern einen weiteren Anstieg.
Eigene Chips als Kostenhebel
Hinter dem TPU-Ausbau steckt auch eine Effizienzlogik. Eigene Chips liefern mehr Rechenleistung pro Dollar und verbrauchen weniger Energie als Standard-GPUs. Das macht Alphabet unabhängiger von externen Chip-Lieferanten — und schärft das Profil als ernstzunehmender Wettbewerber im KI-Hardware-Markt.
Ob das Blackstone-Venture die geplanten 500 Megawatt bis 2027 tatsächlich liefert, wird zum konkreten Gradmesser für Alphabets Infrastrukturambitionen.
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