Liebe Leserin, lieber Leser,
während sich der Blick vieler Anleger nach der Eskalation im Nahen Osten auf Rüstungstitel richtet, lohnt sich eventuell auch der auf ein Bergbauunternehmen: Die Rede ist von Almonty Industries, Wolfram-Produzent mit Sitz im kanadischen Toronto. Denn auch für die Aktie des Wolfram-Produzenten ging es gleich zu Beginn der Handelswoche am Handelsplatz Frankfurt um weitere vier Prozent nach oben – nicht ohne Grund.
Almonty Industries und die Wolfram-Knappheit
Denn Wolfram gehört zu den begehrtesten Rohstoffen der Welt. Das extrem harte und hitzebeständige Metall wird in vielen Branchen wie etwa in der Luft- und Raumfahrt verwendet, in Hartmetallwerkzeugen im Bauwesen – und eben auch in der Rüstungsindustrie. Mittlerweile koste am Handelsplatz Rotterdam eine metrische Tonne (mtu, Maßeinheit für Masse) des Schwermetalls rund 1425 US-Dollar, meldete das Handelsblatt Mitte Februar. Noch vor einem Jahr habe der Preis bei rund 343 Dollar pro mtu gelegen.
- Zwei Wochen später werde für Wolfram bereits mehr als 1.700 Dollar bezahlt
- Dies berichtete das Anlegermagazin esg-aktien.de vor dem Wochenende
Damit hat sich der Preis für das begehrte Metall binnen eines Jahres also mehr als verfünffacht.
China-Engpässe spielen Almonty in die Karten
Almontys CEO Lewis Black sei derzeit ein gefragter Mann – bei Regierungen, Unternehmen, Investoren und Medien, so der Bericht. Zum einen sei „Almonty der einzige ernst zu nehmende westliche Produzent des für Rüstung, Elektronik, Raumfahrt und viele weitere Branchen so wichtigen Rohstoffes“, wie es heißt. Zudem könne Black Marktentwicklungen sehr plausibel beschreiben. Denn der größte Wolframproduzent China hat laut Handelsblatt derzeit Probleme, die Produktion aufrechtzuerhalten
Die Erzgehalte in den wichtigsten Minen seien gesunken, zugleich würden die Produktionskosten steigen, heißt es. China habe Subventionen gestrichen. Mindestens fünf chinesische Minen hätten daraufhin schließen müssen, beschreibt Black laut des Berichts die Entwicklung. Das verschärfe nun den Angebotsengpass weiter. Der Strategiewechsel habe zudem eine weitere Folge. „Wir erleben nach 20 Jahren durch Subventionen künstlich niedrig gehaltener Preise eine Neubewertung der Stückkosten“, wird der Almonty-CEO zitiert. Daher komme es jetzt, da Wolfram dem freien Markt ausgesetzt sei, „zu einem überzogenen Preissprung“. ´
- Der Rohstoffexperte erwarte mittelfristig daher einen Preis zwischen 1450 und 1550 Dollar
- „Damit würde der Preis auf dem aktuellen Rekordniveau verharren“, so der Bericht
Aktie mit 770 Prozent im Jahresplus
Ob das für die Aktie von Almonty Industries genauso gilt? Im Moment sieht es sogar nach mehr aus. Tatsache ist, dass die Papiere sich allein seit Jahresbeginn im Wert mehr als verdoppelt haben. Aufs Jahr gesehen steht gar ein Aufschlag von sagenhaften 770 Prozent.
Dass dies nicht das Ende ist, davon ist der Autor bei esg-aktien.de überzeugt. Was die Preisentwicklung für die Marge von Almonty bedeute, sehe man an der Kursentwicklung sowie den Analystenschätzungen mit Nettomargen von 50 Prozent. „Dabei erscheint das Unternehmen mit einer deutlich geringeren Marktkapitalisierung gegenüber dem Peergroup-Unternehmen MP Materials weiterhin nicht zu teuer zu sein“, heißt es.
Erhöhtes Almonty-Kursziel bereits übertroffen
Analysten reagieren dem Bericht zufolge langsam auf die kritische Situation bei Wolfram. Zuletzt haben demnach die Experten von DA Davidson ihr Kursziel für die Almonty-Aktie von 12 auf 18 US-Dollar angehoben. „Dies sollte nur der Anfang steigender Kursziele gewesen sein“, heißt es. Das könnte gut sein. Mit einem Kurs von aktuell rund 16 Euro hat die aktualisierte Aktie Prognose von umgerechnet 15,36 Euro bereits übertroffen.
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