Almonty Industries-Aktie: Das kommt überraschend!

Die Aktie von Wolframproduzent Almonty Industries hat recht zurückhaltend auf den Quartalsbericht reagiert. Das kommt hatten auch die Analysten eher nicht erwartet.

Auf einen Blick:
  • Der große Sprung bleibt der Almonty-Aktie nach den Quartalszahlen verwehrt
  • Dabei hatte der Wolfram-Produzent den Umsatz um fast 500 Prozent gesteigert
  • Die Analysten erwarten indessen viel, das mittlere Kursziel liegt 75 Prozent höher

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ende Juli war die Aktie von Almonty Industries noch am Boden. Ausgehend von ihrem Rekordhoch bei 24,40 US-Dollar im April, waren die Papiere des kanadischen Wolfram-Produzenten auf zwischenzeitlich 10,74 abgeschmiert. Doch die Lage hat sich seitdem aufgehellt. Bis auf 13,29 Dollar verbesserte sich die Almonty-Aktie vor den am Dienstag vorgelegten Quartalszahlen, direkt im Anschluss ging es sogar bis auf 14,66 Dollar hinauf. Dieses Niveau allerdings konnte sie nicht halten. Aller positiven Entwicklungen zum Trotz.

Almonty Industries Aktie Chart

Almonty Industries steigert Umsatz massiv

Denn laut Management schoss der Umsatz bei Almonty Industries im zweiten Quartal 2026 um sagenhafte 498 % auf 43,0 Mio. US-Dollar, verglichen mit 7,2 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal, und um 69 % gegenüber den 25,4 Mio. US-Dollar im ersten Quartal 2026. Dieser Anstieg sei primär auf die deutliche Preissteigerung von Wolfram-APT zurückzuführen, hieß es. Der europäische Durchschnittspreis stieg demnach im zweiten Quartal auf 3.075 US-Dollar pro MTU, verglichen mit 453 US-Dollar pro MTU im zweiten Quartal 2025.

  • Die Erträge aus dem Bergbaubetrieb beliefen sich auf 26,1 Mio. US-Dollar, nach einem Verlust von 0,9 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal
  • Die gesamten Umsatzkosten betrugen 16,9 Mio. US-Dollar bzw. 39,3 % des Umsatzes, nach 8,1 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal

Almonty-CEO erkennt „erstmals Ertragspotenzial“

Der Nettogewinn im zweiten Quartal 2026 betrug derweil 181,8 Millionen US-Dollar bzw. 0,62 US-Dollar je Aktie (verwässert), verglichen mit einem Nettoverlust von 58,2 Millionen US-Dollar bzw. 0,30 US-Dollar je Aktie im Vorjahresquartal. Allerdings: „Die Ergebnisse des zweiten Quartals 2026 beinhalteten Nettogewinne aus der Neubewertung von Derivaten und Optionsscheinen in Höhe von insgesamt 173,1 Mio. USD, die nicht zahlungswirksam waren“, so Almonty in der Mitteilung.

„Das zweite Quartal 2026 zeigte erstmals das Ertragspotenzial, auf das Almonty über ein Jahrzehnt hingearbeitet hat“, kommentierte Lewis Black, Vorstandsvorsitzender und CEO, das Ergebnis. Die Erträge aus dem Bergbaubetrieb erreichten ihm zufolge 26,1 Mio. US-Dollar, und das bereinigte EBITDA lag bei 17,6 Mio. US-Dollar – eine Verbesserung von gut 22 Mio. US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal.

640.000 Tonnen Wolfram pro Jahr erwartet

Die Wolframmine „Sangdong“ in der Provinz Gangwon, Südkorea, befinde sich weiterhin in der Inbetriebnahme- und Produktionsphase. Nach vollständiger Inbetriebnahme werde eine Durchsatzkapazität von ca. 640.000 Tonnen pro Jahr erwartet. „Eine genehmigte zweite Ausbauphase ist geplant, um die Durchsatzkapazität auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr zu erhöhen“, heißt es.

Nach Quartalsende, am 14. Juli 2026, schloss Almonty zudem eine Änderung seines langfristigen Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders LLC („GTP“), einem Mitglied der österreichischen Plansee-Gruppe, ab. Der Vertrag umfasse Wolframkonzentrat aus der ersten Ausbauphase der Sangdong-Mine. „Die Änderung verlängert die Vertragslaufzeit um sechs Jahre, erhöht die vertraglich vereinbarten Mengen um 40 % und verbessert den an Almonty zu zahlenden Preis für alle vertraglich vereinbarten Mengen um ca. 6,3 %“.

Mittleres Almonty-Kursziel liegt bei 25 US-Dollar

Und auch um Liquidität muss sich Almonty Industries so schnell wohl keine Gedanken machen. Die liquiden Mittel beliefen sich zum 30. Juni 2026 auf 1,2 Milliarden US-Dollar, verglichen mit lediglich 268,4 Millionen US-Dollar zum 31. Dezember 2025. Der Hintergrund des Riesensprungs: Am 9. Juni 2026 schloss Almonty die überzeichnete Emission von 2,25%igen Wandelanleihen mit Fälligkeit 2031 ab und erzielte damit einen Bruttoerlös von 800 Millionen US-Dollar. Dies verschaffe dem Unternehmen „erhebliche finanzielle Flexibilität zur Umsetzung seiner Wachstumsstrategie“, wie es heißt.

Dass die Märkte dennoch recht zurückhaltend reagiert, kommt nicht nur angesichts der blendenden Aussichten überraschend. Auch die Analysten erwarten viel. Laut marketscreener.com liegt das durchschnittliche Kursziel aus neun Analysen aktuell bei umgerechnet 25,17 US-Dollar, was einem Kurspotenzial von 75 Prozent entspricht.

  • Acht Analysten würden die Aktie kaufen
  • Einer rät derzeit zum Halten der Papiere
  • Keiner hat Almonty auf der Verkaufsliste

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