Liebe Leserin, lieber Leser,
der Absturz bei der Aktie von Almonty Industries geht weiter. Nachdem die Papiere des kanadischen Bergbauunternehmens, das sich auf den Abbau, die Aufbereitung und den Handel von Wolfram (Tungsten) spezialisiert hat, sich zuletzt etwas zu stabilisieren schien, rutschten sie am Mittwoch an der Nasdaq um weitere 1,8 Prozent auf noch 9,39 US-Dollar. Damit hat die Almonty-Aktie binnen eines Monats fast 30 Prozent an Wert eingebüßt. Die Analysten hat das völlig überrascht.
Mittleres Alomonty-Kursziel bei 23,65 US-Dollar
Denn laut marketscreener.com liegt das durchschnittliche Kursziel für die Aktie von Almonty Industries aktuell bei umgerechnet 23,65 US-Dollar. Damit erwarten die elf gelisteten Beobachter bei den Papieren ein mittelfristiges Kursplus von rund 150 Prozent. Kein Wunder, dass sie auch in ihren Einschätzungen klar sind:
- Zehn raten derzeit zum Kauf der Aktie
- Einer würde Almonty im Moment halten
- Kein einziger hat sie auf der Verkaufsliste
Erste kommerzielle Wolframlieferungaus Korea
Und in der Tat scheint die Zuversicht nicht unbegründet: In diesen Tagen markiere die Gesellschaft mit der ersten kommerziellen Wolframlieferung aus der Sangdong-Mine in Südkorea einen entscheidenden Meilenstein, meldete kapitalerhoehungen.de zu Wochenbeginn. „Damit endet eine mehr als 30-jährige Unterbrechung der Produktion“, so der Bericht. Almonty verkauft den kritischen Rohstoff Wolfram als Konzentrat, das weiterverarbeitet und dann unter anderem in Hartmetallwerkzeugen, Elektronik und militärischen Anwendungen eingesetzt wird. „Für Kunden zählt neben dem Preis die verlässliche Herkunft“, da ist sich der Autor sicher.
Parallel treibe Almonty Industries die zweite Ausbaustufe voran und erwarte die Fertigstellung von Phase II im kommenden Jahr, heißt es. Dann soll die Verarbeitungskapazität auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen Erz jährlich steigen, was rund 40 Prozent der weltweiten Wolframnachfrage außerhalb Chinas entspricht. Das ist keine Überraschung.
Almonty Industries hält US-Bedingungen ein
Das geförderte Material füge sich „nahtlos in die kommenden Vorgaben des US-Verteidigungsministeriums ein, die den Abbau und die Verarbeitung in Staaten wie China, Russland, Iran und Nordkorea untersagen“, heißt es auf inv3st.de. „Mit dem Hochlauf der ersten Produktionsphase liefert Almonty genau das Material, dessen Herkunft US-Rüstungszulieferer ab 2027 lückenlos nachweisen müssen.“ Das Unternehmen profitiere dabei von der durchgängigen Rückverfolgbarkeit seiner Lieferkette – ein Vorteil, sobald Abnehmer den Ursprung ihres Wolframs belegen müssten.
Dem Bericht zufolge spalten die neuen US-Beschaffungsregeln den globalen Wolframmarkt endgültig in zwei voneinander unabhängige Sphären: „Während die Preise für asiatische Zwischenprodukte unter Druck geraten, etabliert sich für konfliktfreies Material eine strategische Prämie.“ Dennoch unterliege der kommerzielle Hochlauf von Minenprojekten stets geologischen sowie operativen Risiken. Allein dadurch, dass ein erheblicher Kapitalbedarf für kommende Ausbaustufen bestehe, bleibe die Aktie von Almonty ein Investment, das stark an die erfolgreiche Skalierung in Südkorea geknüpft sei.
Analyst kürzt Prognose für Almonty nur leicht
Und so ist ein Institut, wohl auch angesichts des jüngsten Kursrutsches, etwas vorsichtiger geworden: Wie Benzinga berichtet, hat B. Riley Financial in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung an Investoren das Kursziel für Almonty Industries von 25,00 auf 20,00 US-Dollar gesenkt. Der fairen Wert impliziert damit aber noch immer ein Aufwärtspotenzial von 112 Prozent gegenüber dem aktuellen Aktienkurs. Das Brokerhaus stuft die Aktie derzeit somit weiterin mit „Buy“ ein.
Laut marketbeat.com nahm auch Jefferies Anfang September die Berichterstattung über Almonty Industries auf und vergab eine „Kaufen“-Empfehlung sowie ein Kursziel von 26,25 US-Dollar. DA Davidson bestätigte am 15. September seine Kaufempfehlung und setzte ein Kursziel von 33,00 US-Dollar fest. Nur die Märkte, die wollen all dem Optimismus nicht folgen.
- Zwar hat die Almonty-Aktie ihren Wert auf Jahressicht noch immer um rund ein Drittel gesteigert
- Seit ihrem Höchststand im April bei 24,40 US-Dollar hat sie jedoch mehr als 60 Prozent eingebüßt
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