Die Almonty Industries-Aktie musste am Mittwochvormittag im deutschen Handel einen leichten Rücksetzer hinnehmen. So ging es um 0,75 % auf 14,5 Euro nach unten. Das 1-Monats-Minus vergrößerte sich damit auf -17,8 %. Auf 1-Jahres-Sicht blieb für den Wolfram-Titel dennoch ein deutlich dreistelliges Plus von +270 % stehen (Stand: 01.07.2026, 10:00 Uhr, Tradegate).
Kürzlich hat das Unternehmen ein Update zu seinem wichtigen Projekt im US-Bundesstaat Montana veröffentlicht, wo Almonty eine historische Wolframmine reaktivieren will. Das Projekt trägt den Namen Gentung und liegt im abgelegenen Beaverhead County – einem Landstrich, der einst zur Versorgung des strategischen Rohstoffvorrats der USA beitrug.
Almonty Industries-Aktie: Einer der größten Wolframfunde in den USA
Die Mine produzierte bis 1975 kommerziell und war danach für fünfzig Jahre stillgelegt. Almonty erwarb das Projekt im Oktober 2025 für 9,75 Millionen Dollar und übernahm dabei sämtliche bestehenden Infrastrukturrechte, Wasserrechte und Anlagengenehmigungen.
Die unabhängig verifizierten Mineralressourcen belaufen sich auf 7,53 Millionen Tonnen – nach Unternehmensangaben eine der größten Wolfram-Lagerstätten dieser Qualitätsstufe in den gesamten USA. Die historisch belegte Rückgewinnungsrate liegt bei über 90 Prozent. Die geplante Jahresproduktion beträgt rund 140.000 metrische Tonnen.
Almonty Industries-Aktie: Genehmigungsverfahren als größtes Hindernis
CEO Lewis Black räumte nun ein, dass die Bergbaukosten in den USA doppelt so hoch sind wie in Europa. Almonty will das aber durch seine globale Portfoliostruktur ausgleichen: Das günstig produzierende Bergwerk in Südkorea, der portugiesische Betrieb im mittleren Kostensegment und der hochpreisige US-Standort sollen zusammen eine tragfähige Gesamtkalkulation ergeben.
Das eigentliche Nadelöhr in den USA ist laut Almonty nicht die Technik, sondern die Bürokratie: Bergbauexperte Nuno Alves beschreibt in der jüngsten Pressemeldung die mehrstufigen Genehmigungsverfahren auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene als zermürbenden Marathon.
Immerhin: Rückenwind kommt aus Washington. US-Beschaffungsgesetze schreiben ab 2027 vor, dass chinesisches Wolfram aus der Rüstungskette verbannt werden muss. China kontrolliert derzeit über 80 Prozent des weltweiten Wolframangebots und hat die Exportquoten zuletzt kontinuierlich gesenkt. Der politische Anreiz, die Produktion in den USA wieder aufzubauen, ist also vorhanden.
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