Almonty-Aktionäre mussten am Freitag einen Dämpfer hinnehmen: Das Papier des Wolframproduzenten schloss mit einem Minus von 3,9 Prozent bei 15,57 Euro. Der Rücksetzer fällt in eine Phase, in der sich der Wolframmarkt spürbar abkühlt – ein Umstand, der die operative Story von Almonty in den kommenden Monaten stärker prägen dürfte als jede Unternehmensmeldung.
Deutliche Korrektur bei Ammoniumparatungstat
Der Preis für Ammoniumparatungstat (APT) auf dem chinesischen Referenzmarkt lag Anfang August bei rund 79.731,63 US-Dollar pro Tonne – ein Rückgang von etwa 24,6 Prozent gegenüber dem Julistand von 105.775,02 US-Dollar. Damit setzt sich eine Korrektur fort, die bereits im Mai begann, als Wolframit-Konzentrat gegenüber seinem Märzhoch um mehr als 57 Prozent einbrach. Hintergrund sind schwache Abnahme aus der Weiterverarbeitung und steigende Lagerbestände, die vorsichtiges Kaufverhalten begünstigen.
Für Almonty ist diese Entwicklung keine Randnotiz. Das zweite Quartal, über das das Unternehmen Mitte August berichtete, profitierte massiv von hohen Wolframpreisen: Der Umsatz sprang gegenüber dem Vorjahresquartal um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, getragen von einem europäischen APT-Preis, der von rund 453 auf etwa 3.075 US-Dollar je MTU geklettert war.
Die Gewinnmarge im Bergbaugeschäft lag bei 60,7 Prozent. Ein deutlicher Preisrückgang würde diese Dynamik zwangsläufig dämpfen, selbst wenn die zugrundeliegenden Fördermengen aus der Sangdong-Mine weiter steigen.
Anleger bewerten die Verwundbarkeit neu
Der Kursrücksetzer vom Freitag lässt sich als erste Reaktion des Marktes auf diese Preisdynamik lesen, auch wenn eine explizite Verknüpfung nicht dokumentiert ist. Bemerkenswert ist, dass die Aktie trotz des Tagesverlusts weiterhin deutlich über ihrem 50-Tage-Durchschnitt notiert – der Abstand beträgt 18 Prozent. Die grundsätzliche Aufwärtsbewegung der vergangenen Monate ist damit intakt, auch wenn sich das Tempo zuletzt verlangsamt hat.
Entscheidend für die kommenden Wochen dürfte sein, wie nachhaltig sich die Preiskorrektur bei APT und Wolframit fortsetzt. Almonty hat mit dem im Juli um sechs Jahre verlängerten Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders einen Teil seiner Verkaufsmengen langfristig abgesichert, inklusive einer um rund 6,3 Prozent verbesserten Preisstellung auf die kontrahierten Volumina. Das dämpft die Abhängigkeit von kurzfristigen Marktschwankungen, ersetzt aber nicht die Tatsache, dass ein erheblicher Teil der Erlöse weiterhin an die Spotpreisentwicklung gekoppelt bleibt.
Mit einer Bilanz, die nach der 800-Millionen-Dollar-Anleihe im Juni rund 1,23 Milliarden kanadische Dollar an liquiden Mitteln ausweist, verfügt das Unternehmen über ausreichend finanziellen Spielraum, um eine Phase schwächerer Rohstoffpreise zu überstehen.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob der Wolframmarkt seine Korrektur fortsetzt oder sich stabilisiert – davon dürfte abhängen, ob die massive Kursrally der vergangenen zwölf Monate ihre Fortsetzung findet oder in eine Konsolidierungsphase übergeht.
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