Der Wolframmarkt erlebt gerade eine historische Verwerfung. Der Preis für Ammoniumparawolframat (APT) ist 2026 von 920 US-Dollar je metrische Tonneneinheit auf über 3.000 Dollar gestiegen — ein Anstieg, der westliche Lieferketten unter Druck setzt und Almonty Industries in eine strategisch günstige Position bringt.
China dominiert, der Westen sucht Alternativen
China kontrolliert rund 80 Prozent der weltweiten Wolframproduktion. Das macht westliche Abnehmer angreifbar. Ab 2027 verschärft sich die Lage: Die USA planen ein Beschaffungsverbot für chinesisches Wolfram im Verteidigungssektor. Rüstungskonzerne und Industrieabnehmer müssen sich jetzt nach geopolitisch unabhängigen Quellen umsehen.
Wolfram ist dabei kein Nischenrohstoff. Das Metall ist unverzichtbar für hochfeste Legierungen — in Rüstungstechnik, Luft- und Raumfahrt sowie Schwerindustrie.
Sangdong als Kernasset
Almonty, das seinen Hauptsitz kürzlich ins amerikanische Dillon, Montana verlegt hat, setzt auf seine Flaggschiff-Mine in Südkorea. Das Sangdong-Projekt hält nachgewiesene Reserven von 7,9 Millionen Tonnen Erz bei einem Wolframtrioxid-Gehalt von 0,45 Prozent. Hinzu kommen angezeigte Ressourcen von 8,3 Millionen Tonnen sowie geschätzte Ressourcen von 52,8 Millionen Tonnen.
Die Produktionskosten liegen bei rund 110 Dollar je Einheit. Bei aktuellen Marktpreisen von über 3.000 Dollar ergibt sich eine außergewöhnlich hohe Marge.
Langfristige Abnahmegarantien sichern Erlöse
Almonty hat bereits zwei langfristige Lieferverträge abgeschlossen. Ein 60-jähriger Molybdän-Liefervertrag mit SeAH M&S beliefert SpaceX. Ein 15-jähriger Wolfram-Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders Corp. sichert einen Mindestpreis von 235 Dollar je Einheit.
Der Vertrag mit dem Mindestpreisschutz ist dabei zweischneidig: Er begrenzt das Downside-Risiko, schöpft aber nur einen Bruchteil des aktuellen Marktpreises ab.
Nachfrage wächst, Analysten sind bullish
Canaccord Genuity prognostiziert, dass die globale Wolframnachfrage bis 2035 um 47 Prozent auf 210.000 Tonnen steigt. Das Angebot dürfte kaum mithalten.
Cantor Fitzgerald und Bank of America vergeben beide ein „Buy“-Rating und setzen ihre Kursziele jeweils über 20 US-Dollar. Auf dem deutschen Tradegate-Handelsplatz notierte die Aktie zuletzt bei 16,09 Euro — ein marginales Plus, das die ruhige Handelslage an einem Feiertag widerspiegelt.
Das eigentliche Treiber-Ereignis ist das US-Beschaffungsverbot ab 2027. Bis dahin dürfte der Druck auf westliche Abnehmer weiter steigen — und mit ihm die Aufmerksamkeit für Produzenten außerhalb Chinas.
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