Am Markt für strategische Metalle sorgt Almonty Industries für Gesprächsstoff unter institutionellen Beobachtern. Nachdem das Bergbauunternehmen wichtige operative Meilensteine bei seinen Wolfram-Projekten erreicht hat, haben zwei große Analysehäuser die Aktie der Gesellschaft neu in ihre Bewertung aufgenommen. Dabei klaffen die Kurserwartungen der Experten weit auseinander.
Stifel und Goldman Sachs mit gegensätzlichen Zielen
Den optimistischen Gegenpol markiert das Analysehaus Stifel. Gestern nahm das Haus die Beobachtung der Aktie mit einer Kaufempfehlung auf und setzte ein Kursziel von $25.00 an.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters begründete Stifel diesen Schritt mit der Aussicht, dass eine steigende Ausbeute der Mine Panasqueira zusammen mit dem südkoreanischen Projekt Sangdong das Unternehmen bis Ende 2028 zum führenden westlichen Wolframproduzenten machen könnte.
Deutlich zurückhaltender beurteilt dagegen Goldman Sachs die Aussichten des Rohstoffkonzerns. Das Bankhaus startete die Einstufung am Donnerstag mit einem neutralen Votum und definierte das Kursziel bei $13.00. Damit spiegeln die aktuellen Einschätzungen eine erhebliche Bandbreite hinsichtlich des Potenzials der operativen Expansion wider.
An der Börse überwog zum Wochenausklang die Zuversicht. Im europäischen Handel legte der Titel am Freitag um 11 Prozent zu und beendete die Sitzung bei einem Schlusskurs von 12,09 Euro.
Operative Fortschritte untermauern den Ausbau
Hintergrund der Neubewertungen ist die Wiederinbetriebnahme des Sangdong-Vorkommens. Almonty hatte am Mittwoch gemeldet, dass dort erstmals seit 1993 wieder Wolfram gefördert wurde.
Am Montag teilte die Gesellschaft mit, dass die Aufbereitungs- und Zerkleinerungsanlagen die endgültigen Betriebszertifikate erhalten haben, was den kommerziellen Betrieb und den Verkauf von Wolframkonzentrat autorisiert. Laut Unternehmensangaben sind bereits mehr als 90 Prozent der Produktion der ersten Phase vertraglich gebunden.
Parallel treibt das Unternehmen weitere Förder- und Aufbereitungsprojekte voran. Am 17. September schloss Almonty einen mehrjährigen Abnahmevertrag mit der Sandvik-Tochter Wolfram Bergbau und Hütten AG ab.
Die Vereinbarung regelt die Aufbereitung von Haldenmaterial der Los-Santos-Mine und umfasst ein garantiertes Mindestvolumen von rund 1.720 Tonnen enthaltenem Wolframtrioxid. Neben einer bedingten Vorauszahlung in Höhe von US$3,0 Millionen sorgt dieser Schritt für zusätzliche Planungssicherheit bei den Cashflows.
Zusammen mit dem vor über einem Monat geschlossenen Abkommen über ein Wolfram-Joint-Venture in Ruanda zeigt sich, dass Almonty seine Lieferketten außerhalb dominanter Förderländer zügig ausbaut. Ob sich die optimistischen Prognosen von Stifel erfüllen, hängt nun maßgeblich vom reibungslosen Hochlauf der kommerziellen Förderung ab.
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