Wenige Tage vor der Hauptversammlung am 9. Juni hat Almonty-CEO Lewis Black das Sangdong-Bergwerk als weltweit modernstes Wolframbergwerk positioniert. Das Timing ist kein Zufall. Eine drohende Versorgungskrise bei Halbleiterherstellern verleiht dem Anspruch gerade jetzt besonderes Gewicht.
Chip-Krise treibt Wolfram in den Fokus
Japanische Zulieferer warnen Samsung und SK Hynix: Die Bestände an Wolframhexafluorid könnten noch vor dem Sommer aufgebraucht sein. Das Gas ist unverzichtbar für die 3D-NAND-Chipproduktion. Es transportiert Wolfram in den Fertigungsprozess und lagert hauchdünne Schichten auf Siliziumwafer ab — die elektrischen Leiterbahnen in Hochleistungsspeicherchips entstehen so.
Die japanischen Produzenten Kanto Denka Kogyo und Central Glass decken rund 25 Prozent des globalen Angebots. Beide melden Schwierigkeiten bei der Rohstoffbeschaffung. Ihre Lagerbestände reichen voraussichtlich nur bis Ende Juni.
Hinter der Knappheit steckt Peking. Chinesische Exportlizenzen gelten seit Februar 2025, verschärfte Dual-Use-Regeln seit Januar 2026. Das hat das globale Angebot erheblich eingeschnürt.
Zahlen belegen den Wandel
Die Quartalszahlen für Q1 2026 zeigen, dass die Strategie greift. Der Umsatz stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA kletterte auf 6,1 Millionen Dollar — nach einem Verlust von 2,4 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.
Der operative Cashflow drehte von minus 4,4 Millionen auf plus 9,7 Millionen Dollar. Das ist ein echter Wendepunkt. Die Liquidität liegt bei 259,9 Millionen Dollar in bar, hinzu kommt ein Working Capital von 169,5 Millionen Dollar.
Unter dem Strich steht noch ein Nettoverlust von 5,3 Millionen Dollar. Dieser geht fast vollständig auf nicht-zahlungswirksame Bewertungseffekte bei Derivaten und Optionsscheinen zurück — ausgelöst durch den stark gestiegenen Aktienkurs.
Sangdong: Kapazität und Kostenstruktur
Nach über drei Jahrzehnten Stillstand verarbeitet Sangdong inzwischen 640.000 Tonnen Erz pro Jahr. Das ergibt rund 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Die vollständige kommerzielle Produktion erwartet das Management für Q3 2026.
Der Erzgehalt liegt bei 0,51 Prozent Wolframtrioxid — etwa dreimal so hoch wie der globale Durchschnitt. Das Management gibt an, die Mine wäre selbst bei einem Preisverfall auf 350 Dollar pro metrische Tonneneinheit noch profitabel. Wolfram notierte Anfang Mai auf Rekordhöhe von über 3.200 Dollar.
Phase 2 soll 2027 abgeschlossen sein und die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen Erz pro Jahr steigern. Bei dieser Größe könnte Sangdong rund 40 Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas decken.
Regulierung und Analysten stützen die These
Das regulatorische Umfeld arbeitet für Almonty. Ab Januar 2027 darf das US-Militär kein chinesisches Wolfram mehr in seiner Ausrüstung verwenden. Die EU prüft strategische Rohstoffreserven — Wolfram steht auf der Liste.
Die Analystengemeinschaft reagiert entsprechend bullish. Alliance Global erhöhte das Kursziel von 19,25 auf 26,25 Dollar und behält die Kaufempfehlung. Texas Capital startete die Abdeckung im April mit Kaufempfehlung und einem Ziel von 25 Dollar. Neun Analysten vergeben im Schnitt das Rating „Strong Buy“. Die Zahl der institutionellen Fonds, die Almonty-Aktien halten, sprang im vergangenen Quartal um mehr als die Hälfte auf 107 — ein klares Signal, dass das Unternehmen den Sprung vom Entwickler zum Produzenten in den Augen professioneller Investoren vollzogen hat.
Die Hauptversammlung am 9. Juni wird zeigen, ob Governance und Finanzierung mit dem Hochlauf in Sangdong Schritt halten.
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