Almonty Aktie: Sangdong startet mit 640.000 Tonnen

Almonty verzeichnet dank stark gestiegener Wolframpreise einen massiven Gewinnsprung und sichert sich zugleich 800 Millionen Dollar für den Projektausbau.

Auf einen Blick:
  • Umsatz steigt um 498 Prozent
  • Nettogewinn von 181,8 Millionen Dollar
  • 800 Millionen Dollar neues Kapital
  • Wolframpreis versiebenfacht sich

Almonty Industries hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2026 eine deutliche Wende geschafft. Der Wolfram-Produzent meldete einen Umsatzsprung von 498 Prozent auf 43,0 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal.

Aus einem Nettoverlust von 58,2 Millionen Dollar wurde ein Nettogewinn von 181,8 Millionen Dollar. Die Aktie legte am Mittwoch um 8,3 Prozent zu und notierte bei 14,37 US-Dollar.

Preisrallye bei Wolfram als Treiber

Der Gewinnsprung speist sich nicht allein aus dem operativen Geschäft. Von den 181,8 Millionen Dollar Nettoeinkommen entfielen 173,1 Millionen Dollar auf nicht zahlungswirksame Neubewertungsgewinne aus Derivaten. Das bereinigte EBITDA von 17,6 Millionen Dollar, nach minus 4,8 Millionen im Vorjahresquartal, zeigt aber auch operativ eine klare Verbesserung.

Grundlage dafür ist die Preisentwicklung am Wolframmarkt: Der APT-Preis in Europa kletterte von 453 US-Dollar pro MTU im zweiten Quartal 2025 auf 3.075 Dollar im Berichtsquartal – nahezu eine Versiebenfachung.

Almonty profitiert davon unmittelbar, da das Unternehmen seinen wichtigsten Abnahmevertrag mit GTP kürzlich um sechs Jahre verlängert hat, mit einem um 40 Prozent höheren Volumen und einem um 6,3 Prozent angehobenen Preis.

Frisches Kapital für den Ausbau

Parallel zu den Quartalszahlen sicherte sich Almonty über eine Wandelschuldverschreibung 800 Millionen US-Dollar frisches Kapital, verzinst mit 2,25 Prozent und fällig 2031. Damit wuchs die Barreserve des Unternehmens von 268,4 Millionen Dollar zum Jahresende 2025 auf 1,23 Milliarden Dollar zum 30. Juni 2026. CEO Lewis Black erläuterte in einem Interview die strategische Logik hinter diesem Schritt: Die Mittel sollen den Ausbau der Projekte Sangdong in Südkorea, Gentung in Montana und Panasqueira in Portugal absichern.

Sangdong steht dabei im Zentrum der Wachstumsstory. Phase I des Projekts befindet sich in der Inbetriebnahme, mit einem angepeilten Fördervolumen von 640.000 Tonnen pro Jahr. Eine zweite Ausbaustufe soll die Kapazität später auf 1,2 Millionen Tonnen jährlich anheben. Gelingt die Hochskalierung wie geplant, würde Almonty seine Position als einer der bedeutenderen Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas festigen.

Bewertung bleibt Diskussionspunkt

Trotz der starken Zahlen bewegt sich die Aktie in einem angespannten Bewertungsumfeld. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der letzten zwölf Monate liegt bei 83,1. Ein GF-Value-Modell taxiert den fairen Wert auf lediglich 1,34 Dollar, was einer rechnerischen Überbewertung von 972,4 Prozent entspräche – ein Hinweis darauf, wie stark Wachstumserwartungen bereits eingepreist sind.

Der zugehörige Score bewertet die Profitabilität mit lediglich 2 von 10 Punkten, während das Wachstum mit 7 von 10 Punkten deutlich besser abschneidet.

Die Aktie bewegt sich derzeit rund 22 Prozent unterhalb ihres Dreimonatshochs, nachdem die 52-Wochen-Spanne zwischen 3,97 und 24,41 US-Dollar liegt. Insider-Transaktionen gab es in den vergangenen drei Monaten keine. Für Anleger bleibt damit die zentrale Frage, ob die operative Dynamik bei Sangdong und die hohen Wolframpreise die ambitionierte Bewertung langfristig rechtfertigen können.

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