Almonty Aktie: Sangdong startet kommerziellen Betrieb

Almonty Industries verarbeitet eingelagertes Erz in Südkorea und beginnt mit der Produktion von Wolframkonzentrat.

Auf einen Blick:
  • Kommerzieller Anlagenstart in Südkorea
  • Verarbeitung von 140.000 Tonnen Roherz
  • Lagerbestand im Wert von 68 Millionen Dollar
  • Westliche Unabhängigkeit von China als Ziel

Fast 140.000 Tonnen Erz lagen monatelang nutzlos auf dem Gelände. Jetzt wandert das Material durch die neue Aufbereitungsanlage von Almonty Industries. Der Wolfram-Produzent startet damit den kommerziellen Betrieb seiner Sangdong-Mine in Südkorea.

Im Juni 2026 begann das Unternehmen, das gelagerte Roherz durch die frisch in Betrieb genommene Anlage zu schleusen. Ziel ist verkaufsfähiges Wolframkonzentrat. Für Sangdong markiert das den Übergang von der Bauphase in den echten Geschäftsbetrieb.

Ein Lager mit hohem Wert

Das Management beziffert den groben Wert des eingelagerten Materials auf rund 68 Millionen US-Dollar. Diese Zahl ist illustrativ gemeint, zeigt aber die Dimension der jetzt angelaufenen Verwertung. Der Zeitpunkt könnte kaum günstiger sein: Die Wolframpreise haben historische Höchststände erreicht, während westliche Regierungen aktiv nach Lieferquellen außerhalb Chinas suchen.

Der Bestand ist über Monate gewachsen. Zum Ende des ersten Quartals 2026 lagerten bereits rund 120.000 Tonnen Erz mit einem durchschnittlichen Wolframoxid-Gehalt von 0,24 Prozent. Im zweiten Quartal kamen etwa 19.700 Tonnen Entwicklungserz mit einem Gehalt von 0,35 Prozent hinzu.

Parallel dazu trieb Almonty den unterirdischen Streckenausbau voran. Das Unternehmen legte 214,6 Meter neue Strecken an, vor allem entlang der Hauptader. Vor dem Anlagenstart summierte sich der Gesamtbestand auf rund 139.700 Tonnen Erz bei einem Mischgehalt von etwa 0,25 Prozent Wolframoxid.

Bewusst langsamer Start

Almonty fährt die Anlage nicht auf maximale Leistung. Stattdessen nutzt das Unternehmen die Anfangsphase, um die Prozesse fein einzustellen. Zunächst kommt niedriggradiges Material zum Einsatz, höhere Gehalte sollen erst im weiteren Verlauf folgen.

Zum Vergleich: Das niedriggradige Erz in Sangdong enthält etwa dreimal so viel Wolfram wie das Material der Almonty-Mine Panasqueira in Portugal. Das eingelagerte Erz reicht nach Unternehmensangaben für rund 2,6 Monate Anlagenbetrieb in der ersten Ausbaustufe. Diese Zeit nutzt Almonty gezielt, um die Erzmischung zu optimieren und eine gleichbleibende Qualität am Anlageneingang sicherzustellen.

Teil einer größeren Kette

Der Anlagenstart ist für das Management mehr als ein technischer Meilenstein. Zusammen mit der geplanten nachgelagerten Wolframoxid-Anlage und bereits gesicherten langfristigen Abnahmeverträgen soll Sangdong Teil einer vollständig integrierten Wertschöpfungskette werden. Damit positioniert sich Almonty als einer der führenden westlichen Wolfram-Produzenten.

Die Sangdong-Mine gilt als eine der historisch größten und hochgradigsten Wolfram-Lagerstätten weltweit. Ergänzt wird sie durch die Betriebe in Portugal sowie Projekte in Spanien und den USA. Almonty zielt auf die wachsende Nachfrage westlicher Verbündeter, die ihre Lieferketten bei kritischen Rohstoffen von China unabhängiger machen wollen — verstärkt durch jüngste US-Beschaffungsbeschränkungen im Verteidigungssektor und chinesische Exportkontrollen für Wolfram.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Umsetzung. Entscheidend wird, wie schnell die Anlage das Lager in verschifftes Konzentrat verwandelt. Ob die 68 Millionen Dollar an eingepreistem Wert sich in den kommenden Quartalen tatsächlich in verbuchtem Umsatz niederschlagen, zeigt sich mit dem vollständigen Übergang Sangdongs in den kommerziellen Betrieb.

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