Almonty Aktie: Sangdong-Mine startet Produktion

Die Aktie des Wolfram-Produzenten fällt deutlich, während Analysten ihre Kursziele anheben. Institutionelle Investoren bauen ihre Positionen massiv aus.

Auf einen Blick:
  • Aktie bricht um 6,7 Prozent ein
  • Analysten erhöhen Kursziele auf bis zu 33 Dollar
  • Große Vermögensverwalter stocken Anteile auf
  • Hohe Volatilität nach Produktionsstart und Indexaufnahme

Analysten überschlagen sich mit steigenden Kurszielen. Die Aktie fällt trotzdem. Bei Almonty Industries klafft die Lücke zwischen institutioneller Euphorie und dem tatsächlichen Kursverlauf gerade ungewöhnlich weit auseinander.

Am Montag brach die Nasdaq-notierte Aktie des Wolfram-Produzenten um 6,7 Prozent ein. Sie fiel zeitweise auf 15,52 Dollar, nach einem Vortagesschluss von 16,61 Dollar. Das Handelsvolumen lag mit rund 1,1 Millionen Aktien fast 79 Prozent unter dem Durchschnitt — ein Hinweis darauf, dass wenige große Verkaufsorder den Ausschlag gaben.

Deutliche Distanz zum Hoch

An der Toronto Stock Exchange schloss die Aktie zuletzt bei 21,37 kanadischen Dollar. Das liegt gut 15 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 25,24 CAD und knapp 36 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 33,35 CAD, das die Aktie erst im April markierte. Auf Sicht von 30 Tagen hat sie fast 15 Prozent verloren, in der 7-Tage-Betrachtung geht es moderat um weniger als ein Prozent zurück.

Die längerfristige Perspektive bleibt trotzdem beeindruckend: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 78 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von über 227 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 4,36 CAD im vergangenen Juli hat sich der Kurs mehr als verfünffacht. Der 14-Tage-RSI von 41,3 zeigt: Überverkauft ist die Aktie noch nicht, nähert sich diesem Bereich aber an.

Analysten bleiben optimistisch

Während der Kurs schwankt, schrauben mehrere Wall-Street-Häuser ihre Ziele nach oben. DA Davidson hob sein Kursziel von 25 auf 33 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. B. Riley Financial erhöhte von 17 auf 23 Dollar, ebenfalls mit „Buy“-Rating. Oppenheimer zog von 22 auf 25 Dollar nach und stufte die Aktie als „Outperform“ ein. Texas Capital hatte die Titel bereits zuvor auf „Strong Buy“ hochgestuft.

Nicht alle Analysten teilen den Optimismus. Weiss Ratings bestätigte seine „Sell (D-)“-Einstufung. In der Gesamtschau ergibt sich dennoch ein klares Bild: Ein Analyst sieht „Strong Buy“, vier „Buy“ und nur einer „Sell“. Der Konsens lautet „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt laut MarketBeat bei 21,88 Dollar.

Institutionelle Investoren steigen massiv ein

Hinter den Kulissen bauen große Vermögensverwalter ihre Positionen kräftig aus. Van Eck Associates erhöhte seinen Anteil im vierten Quartal um 13.294,7 Prozent und hält nun gut 11,2 Millionen Aktien im Wert von knapp 99 Millionen Dollar. Cooper Creek Partners Management steigerte seine Beteiligung um 110,4 Prozent auf einen Bestand von rund 69 Millionen Dollar. Encompass Capital Advisors legte um 47,9 Prozent zu und hält nun Aktien im Wert von etwa 62 Millionen Dollar.

Diese Zukäufe fielen in eine Phase, in der Almonty gleich mehrere fundamentale Meilensteine passierte.

Bilanz und Hintergrund der Volatilität

Bei einer Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro weist Almonty ein KGV von minus 30,03 auf — ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen noch keine stabilen Gewinne erwirtschaftet. Die Bilanzkennzahlen wirken dagegen solide: Eine Quick Ratio von 2,37, eine Current Ratio von 2,45 und eine Verschuldungsquote von 0,30 deuten auf ausreichend Liquidität hin.

Die aktuelle Nervosität lässt sich mit dem Blick auf die vergangenen Wochen erklären. Anfang Juli startete Almonty die kommerzielle Wolframproduktion an der Sangdong-Mine in Südkorea. Kurz darauf folgte die Aufnahme in die Russell-1000- und Russell-3000-Indizes. Beide Ereignisse lösten heftige Kursausschläge in beide Richtungen aus — die annualisierte 30-Tage-Volatilität von fast 100 Prozent zeigt, wie unruhig der Handel seither verläuft.

Die zugrundeliegende Wolfram-Story bleibt davon unberührt: Hohe Rohstoffpreise und die Bemühungen westlicher Abnehmer, ihre Lieferketten unabhängiger von China zu machen, stützen das Geschäftsmodell weiterhin. Der Markt muss nun verdauen, was die Indexaufnahme und die jüngsten Finanzierungsaktivitäten für die Kapitalstruktur und die Liquidität der Aktie bedeuten. Genau diese Verdauungsphase liefert die Erklärung für die scheinbar widersprüchliche Gemengelage aus steigenden Kurszielen und fallenden Kursen.

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