Almonty Industries zieht sich von zwei Börsen zurück. Ende Juli verschwindet die Aktie von der Toronto Stock Exchange. Wenige Wochen später folgt der Abschied von der australischen Börse. Der Wolfram-Produzent bündelt seinen Handel künftig auf nur noch zwei Handelsplätze.
Am Freitag fiel die Aktie um 5,52 Prozent auf 18,81 kanadische Dollar. Damit unterschritt der Kurs seinen 200-Tage-Durchschnitt von 19,15 Dollar. Ein technisches Warnsignal, das mitten in die Umbauphase der Börsennotierungen fällt.
Toronto macht Schluss, Australien folgt
Almonty bestätigte den Rückzug von der Toronto Stock Exchange zum 31. Juli 2026. Der Handel endet an diesem Tag zum Geschäftsschluss. Der Grund laut Unternehmensangaben: Der Großteil des täglichen Handelsvolumens ist längst zur Nasdaq abgewandert. Weniger Börsenplätze bedeuten weniger Compliance-Kosten und geringeren Aufwand für die Finanzberichterstattung.
Der nächste Schritt folgt kurz danach. Am 23. Juli erhielt Almonty die formelle Zustimmung der australischen Börse ASX zur Streichung aus dem offiziellen Kursblatt. Der Zeitplan steht fest:
- 28. August 2026: Aussetzung des Handels mit CHESS Depositary Interests an der ASX
- 1. September 2026: endgültiger Rückzug von der australischen Börse
Nach Abschluss beider Prozesse konzentriert sich Almonty auf zwei Kernnotierungen. Die Nasdaq unter dem Kürzel ALM und die Frankfurter Börse unter ALI1. Kanadische und australische Anleger behalten über internationale Broker-Konten in der Regel Zugriff auf ihre Bestände.
Sangdong-Mine startet Produktion
Der Rückzug von zwei Börsen fällt zeitlich mit einem operativen Meilenstein zusammen. Am 1. Juli 2026 nahm Almonty die Verarbeitung an der Sangdong-Mine in Südkorea offiziell auf. Damit wechselt die Anlage von der Entwicklungs- in die aktive Produktionsphase für verkaufsfähiges Wolframkonzentrat.
Hinzu kommt eine verlängerte Liefervereinbarung mit Global Tungsten & Powders, einer Tochter der Plansee Group. Der neue Vertrag läuft nun 21 Jahre. Zudem steigen die vertraglich gebundenen Liefermengen um 40 Prozent. Sphene Capital reagierte am 20. Juli mit einer Anhebung des Kursziels auf 38,90 kanadische Dollar.
Kurs bleibt unter Druck
Trotz der positiven operativen Nachrichten bleibt der Aktienkurs schwach. Almonty notiert derzeit rund 44 Prozent unter seinem Jahreshoch von 33,35 kanadischen Dollar vom 17. April. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 55,84 Prozent zu Buche.
Getragen wird diese Jahresperformance von Rekordpreisen für Wolfram. Hinzu kommt die wachsende strategische Bedeutung nicht-chinesischer Lieferketten für Abnehmer außerhalb Chinas.
Für Anleger in Toronto und Sydney ändert sich vor allem der Zugangsweg zur Aktie. Die fundamentale Story bleibt unverändert. Mit dem Produktionsstart in Sangdong und dem verlängerten GTP-Vertrag hat Almonty zwei zentrale operative Bausteine gesetzt, während sich der Handel schrittweise auf Nasdaq und Frankfurt verlagert.
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