Almonty Industries hat einen neuen operativen Meilenstein erreicht: Seit Anfang Juli speist der Konzentrationstungsten-Produzent Erz aus seiner Sangdong-Mine in der südkoreanischen Provinz Gangwon durch die neu in Betrieb genommene Aufbereitungsanlage. Damit wandelt sich die einstige Entwicklungsmine endgültig in einen umsatzwirksamen Betrieb – ein Schritt, den Anleger seit Jahren erwartet hatten.
Umsatzsprung und ausgebauter Liefervertrag als Fundament
Der operative Fortschritt zeigt sich bereits in den Zahlen. Almonty erweiterte Mitte Juli seinen langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders: Die Laufzeit wächst um sechs Jahre, die kontrahierten Mengen steigen um 40 Prozent, und die Preiskonditionen verbessern sich um rund 6,3 Prozent. Das verschafft dem Unternehmen Planungssicherheit für einen erheblichen Teil seiner künftigen Sangdong-Produktion, gerade jetzt, da die Anlage anläuft.
Die Kombination aus steigenden Tungstenpreisen und anlaufender Produktion trieb bereits das zweite Quartal: Der Umsatz sprang gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich, das Unternehmen wies erstmals eine operative Bruttomarge im Bergbaugeschäft von über 60 Prozent aus.
Die Nachfrage nach Wolfram gilt als strukturell getrieben, unter anderem durch Anwendungen im Umfeld künstlicher Intelligenz, während die weltweite Förder- und Raffinationskapazität stark auf China konzentriert bleibt – ex-China deckte die Kapazität 2025 nach Branchenschätzungen nur etwa 37 Prozent der Nachfrage.
Börsenstruktur wird gestrafft
Parallel zum operativen Umbau ordnet Almonty seine Notierungen neu. Der Handel an der Toronto Stock Exchange endete bereits Ende Juli, das Delisting von der australischen Börse ASX ist zum 1. September vorgesehen, die dortigen CHESS Depositary Interests werden bereits zum Handelsschluss am kommenden Freitag ausgesetzt.
Begründet wird der Rückzug mit der klaren Verlagerung der Liquidität: Der überwiegende Teil des täglichen Handelsvolumens findet inzwischen an der Nasdaq statt, wo die Aktie unter dem Kürzel „ALM“ notiert, ergänzt um die Frankfurter Notierung unter „ALI1″.
Der australische Anteil am Aktienregister lag zuletzt bei unter einem Prozent der ausstehenden Aktien – die Straffung dürfte daher kaum spürbare Folgen für die Handelbarkeit haben.
Untermauert wird die finanzielle Basis durch eine im Juni abgeschlossene Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar, die bei institutionellen Investoren auf reges Interesse stieß und sogar überzeichnet war. Ende Juni folgte zudem die Aufnahme in den Russell 1000 und den breiter gefassten Russell 3000 Index, was die gestiegene Bedeutung des Unternehmens am US-Kapitalmarkt unterstreicht und potenziell neue institutionelle Käufer anzieht.
Kurs bleibt unter Schwankungen, Aufwärtstrend intakt
Der Aktienkurs hat diese Nachrichtenlage honoriert: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 104 Prozent zu Buche, auf Sicht von 30 Tagen sind es 37 Prozent.
Der Schlusskurs von 16,20 Euro am Dienstag liegt zwar 21 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das Ende April erreicht wurde, gleichzeitig aber deutlich über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten – ein Zeichen für einen intakten, wenn auch volatilen Aufwärtstrend.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 92 Prozent zeigt, dass Anleger mit kräftigen Ausschlägen in beide Richtungen rechnen müssen, während der operative Umbau von Sangdong-Anlaufphase zu Börsenstraffung in den kommenden Wochen weiter im Fokus bleiben dürfte.
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