Almonty Aktie: Russell 1000 und 3000 jetzt

Almonty Industries startet im Russell 1000 und 3000, während die Aktie unter ihrem Höchststand notiert. Die Sangdong-Mine liefert starke Umsatzzuwächse.

Auf einen Blick:
  • Offizieller Start in Russell-Indizes
  • Umsatzplus von 221 Prozent im Quartal
  • Molybdän-Abnahmevertrag mit SeAH M&S
  • Pentagon-Frist treibt Wolfram-Nachfrage

Heute ist der Tag, auf den viele Almonty-Aktionäre gewartet haben. Das kanadische Bergbauunternehmen tritt offiziell dem Russell 1000 und Russell 3000 bei — und die Aktie notiert trotzdem 31% unter ihrem April-Hoch. Das ist kein Widerspruch, sondern der aktuelle Stand der Dinge.

Sangdong: Wolfram läuft, Molybdän folgt

Das Herzstück des Unternehmens ist die Sangdong-Mine in Südkorea. Almonty brachte sie im März 2026 nach über drei Jahrzehnten Stillstand wieder in Betrieb. Seitdem verarbeitet die Mine rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr und produziert etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat.

Die Zahlen sprechen für sich. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 221% auf 25,4 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA drehte von einem Verlust von 2,4 Millionen auf einen Gewinn von 6,1 Millionen Dollar. Der operative Cashflow erreichte 9,7 Millionen Dollar.

Parallel dazu baut Almonty Sangdong zum Dual-Metall-Standort aus. Ein laufendes Bohrprogramm untersucht das Molybdän-Vorkommen — rund 37% der geplanten 26 Bohrlöcher mit insgesamt etwa 12.000 Metern sind abgeschlossen. Die bisherigen Gehalte entsprechen historischen Werten. Südkorea hat zuletzt eine Molybdän-Versorgungskrise ausgerufen. Die Regierung fordert private Unternehmen auf, Eigenversorgung aufzubauen.

Almonty hat bereits gehandelt. Mit SeAH M&S — Südkoreas größtem Molybdän-Verarbeiter und weltweit zweitgrößtem Moly-Oxid-Schmelzer — besteht ein Abnahmevertrag über 100% der künftigen Molybdän-Produktion. Der Mindestpreis liegt bei 19,00 US-Dollar pro Pfund. Die Mine hält bereits alle Bergbau- und Umweltgenehmigungen. Erste Produktion ist für Ende 2026 geplant, die historisch belegte Minenlebensdauer beträgt 60 Jahre bei einer Jahreskapazität von rund 5.600 Tonnen.

Pentagon-Frist als Rückenwind

Der externe Druck auf die Wolframversorgung wächst. Ab 1. Januar 2027 darf das US-Verteidigungsministerium kein Wolfram mehr aus China, Russland, Iran oder Nordkorea beziehen. China kontrolliert rund 88% der globalen Wolframproduktion. Chinesische APT-Lieferungen brachen im Jahresvergleich von 782 auf 243 Tonnen ein.

Die Preise reagieren entsprechend. Nordamerikanische Wolframpreise stiegen von 19,35 US-Dollar pro Kilogramm im ersten Quartal 2025 auf 34,17 Dollar im ersten Quartal 2026 — ein Plus von 76,6%. Die Investmentbank CICC schätzt, dass die globale Angebotslücke zwischen 2026 und 2028 mehr als 17% der Nachfrage übersteigen wird.

Sangdong ist gut positioniert, um davon zu profitieren. Das Erz enthält rund 0,51% Wolframtrioxid — etwa das Dreifache des globalen Durchschnitts. Die geplante Minenlebensdauer überschreitet 45 Jahre. Phase 2, geplant für 2027, soll die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen Erz und 4.600 Tonnen Wolframkonzentrat mehr als verdoppeln. Vollständig hochgefahren könnte Sangdong allein rund 40% der nicht-chinesischen Wolframnachfrage decken.

Indexaufnahme trifft schwache Technik

Ab heute müssen Indexfonds und ETFs, die den Russell 1000 oder Russell 3000 abbilden, Almonty-Aktien halten. Das erzeugt strukturelle Kaufnachfrage — allerdings trifft sie auf eine technisch angeschlagene Aktie.

Bei 23,00 CAD liegt der Kurs rund 14% unter dem 50-Tage-Durchschnitt und 31% unter dem 52-Wochen-Hoch vom April. In den vergangenen sieben Tagen verlor die Aktie knapp 13%. Der RSI liegt bei 40,9 — noch kein überverkauftes Territorium, aber nah dran. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von über 91%.

Hinzu kommt ein Risikofaktor aus der Finanzierung. Anfang Juni platzierte Almonty Wandelanleihen im Volumen von 700 Millionen US-Dollar mit einem Kupon von 2,25% und Laufzeit bis 2031. Das Programm war überzeichnet. Einen Teil der Erlöse setzt das Unternehmen für sogenannte Capped-Call-Transaktionen ein, um das Verwässerungsrisiko zu begrenzen — vollständig ausschließen lässt es sich damit nicht.

Die Indexaufnahme markiert einen Wendepunkt in der Wahrnehmung des Unternehmens. Ob der Kurs nachzieht, hängt vor allem davon ab, wie schnell das Molybdän-Bohrprogramm eine vollständige Ressourcenschätzung liefert — und ob der Wolfram-Betrieb bis Jahresende störungsfrei läuft.

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