Die vergangene Handelswoche endete tiefrot. Fast 14 Prozent verlor die Aktie von Almonty Industries in den letzten sieben Tagen und schloss am Freitag bei 23,00 CAD. Auf Jahressicht steht dennoch ein massives Plus von 91 Prozent auf der Kurstafel. Morgen früh folgt nun ein struktureller Meilenstein. Das Unternehmen rückt in die US-Indizes Russell 1000 und Russell 3000 auf.
Kaufzwang für Indexfonds
Mit der morgigen Eröffnung der US-Börsen greift die jährliche Neuzusammensetzung der Russell-Indizes. Für Almonty bedeutet das einen direkten Nachfrageschub. Passive Fonds, die diese Benchmarks abbilden, müssen die Aktie ab sofort halten. Weltweit orientieren sich Anlagegelder im Wert von rund 12,2 Billionen US-Dollar an dieser Indexfamilie.
Dieser institutionelle Ritterschlag zwingt auch aktive Fondsmanager zum Handeln. Sie müssen Almonty nun direkt mit anderen Indexmitgliedern vergleichen. Parallel dazu steigt erfahrungsgemäß die Aufmerksamkeit der Analysten. Die Aufnahme in den Index erhöht die Wahrscheinlichkeit für neue, formelle Research-Berichte erheblich.
Molybdän gegen die Versorgungskrise
Abseits des Index-Aufstiegs treibt das Management ein zweites Großprojekt voran. Am südkoreanischen Sangdong-Komplex bohrt Almonty derzeit intensiv nach Molybdän. Das Land leidet unter einer akuten Versorgungskrise. Die nationalen Reserven schwinden. Die Regierung fordert private Unternehmen bereits öffentlich auf, den strategischen Rohstoff zu sichern.
Almonty reagiert mit Tempo. Das Bohrteam hat bereits 37 Prozent der geplanten Löcher fertiggestellt. Die bisherigen Proben bestätigen die historischen Erwartungen. Sobald die Ausmaße des Erzkörpers feststehen, will der Konzern direkt mit dem Abbau beginnen. Ein Abnehmer steht bereits fest. Die SeAH-Gruppe kauft künftig die gesamte Molybdän-Produktion der Mine. Das Timing passt: Die Spotpreise für das Metall kletterten im vergangenen Jahr um gut 23 Prozent.
Wolfram-Produktion liefert Cash
Das Molybdän-Programm ergänzt die bereits laufende Wolfram-Förderung. Die erste Ausbaustufe der Sangdong-Mine ist abgeschlossen. Damit produziert die Anlage nach über 30 Jahren Stillstand wieder. Eine zweite Phase soll ab 2027 die Kapazität verdoppeln. Dann könnte Sangdong rund 40 Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas decken.
Finanziell steht das Unternehmen solide da. Im ersten Quartal 2026 sprang der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Das operative Ergebnis erreichte 6,1 Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor stand hier noch ein Verlust.
Frisches Kapital sicherte sich Almonty Anfang Juni. Eine überzeichnete Wandelanleihe spülte 700 Millionen US-Dollar in die Kasse. Das Geld fließt in die Refinanzierung und mögliche Zukäufe.
Der morgige Handelsauftakt wird zeigen, wie stark die Index-Käufe den Kurs stützen. Langfristig wirkt ein anderer Katalysator. Ab dem 1. Januar 2027 darf das Pentagon kein Wolfram mehr aus China oder Russland kaufen. Da China aktuell 88 Prozent der Weltproduktion kontrolliert, tickt die regulatorische Uhr. Almonty positioniert sich hier als entscheidender westlicher Lieferant.
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