Almonty Aktie: Jorge Beristain ab 1. Juni CFO

Almonty ernennt erfahrenen Finanzmanager und profitiert von steigenden Wolframpreisen. Die Sangdong-Mine und das US-Projekt treiben die Expansion voran.

Auf einen Blick:
  • Jorge Beristain wird neuer CFO
  • Wolframpreise steigen deutlich
  • Minenbetrieb verbessert Ergebnis
  • Sangdong-Ausbau schreitet voran

Almonty Industries schaltet in eine neue Phase. Der Wolframförderer fährt die Sangdong-Mine in Südkorea hoch, rückt näher an die US-Rüstungsindustrie und holt dafür einen Finanzmanager mit Wall-Street-Erfahrung an Bord. Der Kurs läuft dem operativen Fortschritt zuletzt trotzdem hinterher.

Neuer CFO für die Wachstumsphase

Jorge Beristain übernimmt zum 1. Juni 2026 den Posten des Finanzchefs. Er kommt von Ryerson Holding, einem börsennotierten Metallhändler mit rund 5 Mrd. US-Dollar Umsatz. Zuvor war er CFO der Ryerson-Tochter Central Steel & Wire, die etwa 800 Mio. US-Dollar Umsatz erzielte.

Beristain bringt nicht nur Industrieerfahrung mit. Er leitete früher bei Deutsche Bank Securities das Research für Metalle und Bergbau in Nord- und Südamerika. Für Almonty zählt genau diese Mischung: Kapitalmarkt, Rohstoffe und Bilanzsteuerung.

Brian Fox hat den CFO-Posten mit sofortiger Wirkung verlassen. Bis Beristain startet, übernimmt Entwicklungschef Guillaume de Lamaziere die Finanzfunktion interimistisch.

Wolframpreise treiben das Ergebnis

Der Führungswechsel fällt in eine Phase deutlich besserer operativer Zahlen. Eine neue Analyse von Diamond Equity Research vom 13. Mai 2026 verweist vor allem auf den starken Anstieg der APT-Preise. Die Studie wurde von Almonty beauftragt.

APT ist ein wichtiges Zwischenprodukt im Wolframmarkt. Der durchschnittliche Mittelpreis stieg von rund 862,5 US-Dollar je MTU Anfang Januar auf etwa 3.140 US-Dollar je MTU Anfang Mai. Das ist der zentrale Hebel hinter der besseren Minenprofitabilität.

Das Ergebnis aus dem Minenbetrieb kletterte auf 13,0 Mio. kanadische Dollar. Im Vorjahresquartal waren es nur 0,8 Mio. kanadische Dollar. Operativ ist damit ein klarer Sprung sichtbar.

Diamond Equity hob seine Preisannahmen für APT an. Für das laufende Jahr rechnet das Haus nun mit 2.850 US-Dollar je MTU. Für das nächste Jahr setzt die Analyse 2.640 US-Dollar an, langfristig kalkuliert sie mit 2.500 US-Dollar.

Daraus leitet Diamond Equity eine indikative Bewertung von 31,80 kanadischen Dollar je Aktie ab. Diese hängt aber ausdrücklich davon ab, dass Almonty seine Projekte wie geplant umsetzt.

Kosten bremsen den Fortschritt

Ganz reibungslos läuft der Wandel nicht. Die Verwaltungs- und Gemeinkosten stiegen auf 7,1 Mio. kanadische Dollar. Im Vorjahr lagen sie bei 3,4 Mio. kanadische Dollar.

Höhere Gehälter, Rechtskosten und Ausgaben für Aktionärskommunikation belasteten das Ergebnis. Hinzu kamen nicht zahlungswirksame Bewertungsverluste aus eingebetteten Derivaten und Optionsschein-Verbindlichkeiten.

Unter dem Strich meldete Almonty noch einen Nettoverlust von 5,3 Mio. kanadischen Dollar. Ein Jahr zuvor lag das Minus bei 34,6 Mio. kanadischen Dollar. Die Richtung stimmt, die Kostenbasis bleibt aber ein Thema.

Sangdong und Montana als Hebel

Sangdong ist der wichtigste Wachstumstreiber. Die erste Ausbaustufe läuft bereits. Mit der zweiten Stufe will Almonty die Verarbeitungskapazität bis 2027 auf rund 1,2 Mio. Tonnen Erz pro Jahr verdoppeln.

Damit könnte die Mine eine große Rolle im Wolframmarkt außerhalb Chinas spielen. Almonty sieht das Potenzial, rund 40 Prozent der entsprechenden Nachfrage zu bedienen. Das macht Sangdong strategisch deutlich relevanter als ein normales Minenprojekt.

Parallel dazu gewinnt die US-Schiene an Gewicht. Das Projekt Gentung Browns Lake in Montana könnte in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Produktion gehen. Ab 2027 darf Wolfram aus China, Russland und Nordkorea nicht mehr für bestimmte US-Rüstungsbeschaffungen genutzt werden.

Almonty verlegt seinen Firmensitz von Toronto nach Dillon in Montana. Damit rückt das Unternehmen näher an Gentung Browns Lake und an wichtige Industrie- und Regierungspartner in den USA.

Die Aktie zeigt die Spannung im Investmentcase. Sie schloss zuletzt bei 26,74 kanadischen Dollar, liegt seit Jahresbeginn aber noch 122,28 Prozent im Plus. Der monatliche Rückgang von 10,81 Prozent zeigt: Nach der Rally reicht operativer Fortschritt allein nicht mehr. Der nächste Prüfstein ist der Start Beristains im Juni, gefolgt von der Umsetzung der Sangdong-Erweiterung und dem Zeitplan in Montana.

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