Almonty Industries zieht sich freiwillig von der Toronto Stock Exchange zurück. Das teilte der Wolfram-Produzent am Montag mit. Der Schritt betrifft nur eine von mehreren Notierungen — das Unternehmen bleibt an der NASDAQ, der australischen ASX, im OTCQX-Segment und an der Frankfurter Börse gelistet.
Ein Delisting klingt zunächst nach Rückzug. Bei Almonty dürfte es eher eine Konzentration der Handelsaktivität auf die liquidesten Plätze sein — allen voran die NASDAQ, wo institutionelles US-Kapital leichter zugreifen kann.
Kurs unter Druck, Bewertung bleibt hoch
Die Aktie schloss am Montag bei 19,45 kanadischen Dollar, ein Plus von gut einem Prozent zum Vortag. Der Blick auf die vergangenen Wochen zeigt aber ein anderes Bild: Binnen 30 Tagen verlor das Papier über ein Viertel seines Werts. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht Mitte April, trennen die Aktie inzwischen mehr als 40 Prozent.
Der Kurs bewegt sich damit deutlich unter seinen mittelfristigen Durchschnitten. Auf Jahressicht bleibt dennoch ein Kursplus von über 200 Prozent stehen — ein Anstieg, der die Volatilität der vergangenen Monate relativiert.
Wachsender Vertrag mit US-Abnehmer
Der eigentliche Treiber der Almonty-Story liegt nicht im Börsenplatz, sondern im Geschäft selbst. Mitte Juli erweiterte das Unternehmen seinen langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders (GTP) für Wolframkonzentrat aus der Sangdong-Mine in Südkorea deutlich.
Die wichtigsten Eckpunkte der Vertragsverlängerung:
- Die Laufzeit wächst von 15 auf 21 Jahre, Lieferungen reichen damit bis in die späten 2040er-Jahre.
- Das Gesamtvolumen steigt um 40 Prozent auf 4,41 Millionen Metric Tonne Units (MTU).
- Der erwartete Erlös pro MTU legt über die gesamte Vertragslaufzeit um rund 6,3 Prozent zu.
- Der jährliche Vertragsumsatz soll auf etwa 490 Millionen US-Dollar steigen — mindestens 30 Millionen US-Dollar mehr als zuvor, gerechnet zu aktuellen APT-Preisen.
- Der Vertrag deckt rund 90 Prozent der Phase-I-Produktion der Sangdong-Mine ab.
Almonty positioniert sich als Lieferant von konfliktfreiem Wolfram — einem kritischen Mineral für Rüstungs- und Industrieanwendungen. Mit dem erweiterten GTP-Vertrag untermauert der Konzern seine Rolle in der US-Verteidigungs- und Industrie-Lieferkette, gerade zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach Wolframquellen außerhalb Chinas spürbar zunimmt.
Neben Sangdong betreibt Almonty die Panasqueira-Mine in Portugal und treibt Entwicklungsprojekte in Spanien und den USA voran. Der Rückzug von der TSX ändert daran nichts — die operative Basis des Unternehmens bleibt unangetastet, während sich der Handel künftig auf vier statt fünf Börsenplätze konzentriert.
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