Der Bergbaukonzern Almonty forciert die Erschließung und Verarbeitung von Wolfram außerhalb der dominierenden chinesischen Lieferketten. Mit zwei weitreichenden Vereinbarungen auf unterschiedlichen Kontinenten erweitert das Unternehmen seine operative Basis im Bereich der kritischen Industriemetalle. Die Schritte zielen darauf ab, bestehende Haldenbestände wirtschaftlich zu nutzen und den Zugang zu neuen Vorkommen langfristig abzusichern.
Partnerschaft mit Ruanda für afrikanische Vorkommen
Am vergangenen Montag vereinbarte Almonty mit der Regierung von Ruanda die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Almonty Rwanda Pty Ltd. Gemäß der verbindlichen Übereinkunft hält Almonty 75 Prozent an dem neuen Unternehmen, während Ruanda einen Anteil von 25 Prozent übernimmt. Im Gegenzug bringt der ostafrikanische Staat die Explorationskonzession Shyorongi sowie eine Lizenz zur Mineralverarbeitung in das Vorhaben ein.
Das Gemeinschaftsunternehmen soll Wolfram-Erz und Haldenmaterial von kleineren Lizenzinhabern im Land sammeln, vorkonzentrieren und exportieren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, wird das Vorhaben in Ruanda durch ein US-Wirtschaftsabkommen gestützt, das auf die Absicherung kritischer Mineralien abseits chinesischer Quellen ausgerichtet ist. Das Projekt ermöglicht es Almonty, das Material direkt vor Ort aufzubereiten und Konzentrat über die neue Einheit auszuführen.
Abnahmevertrag für spanische Haldenbestände
Parallel zum Engagement in Ostafrika schloss Almonty gestern eine langfristige Liefervereinbarung für sein spanisches Projekt Los Santos ab. Vertragspartner ist die Wolfram Bergbau und Hütten AG, ein Tochterunternehmen des Sandvik-Konzerns. Die Vereinbarung basiert auf festen Abnahmeverpflichtungen und regelt die Wiederaufbereitung der Haldenbestände der Mine.
Die Abmachung umfasst ein Mindestvolumen von rund 1.720 Tonnen enthaltenem WO₃. Zudem beinhaltet der Kontrakt eine an Bedingungen geknüpfte Vorabzahlung in Höhe von 3,0 Millionen US-Dollar für die entsprechenden Abnahmerechte. Damit sichert sich die Sandvik-Tochter den Zugriff auf das aufbereitete Konzentrat, während Almonty die Verwertung der Halden vorantreibt.
Einordnung im Marktumfeld
Beide Vereinbarungen spiegeln das Bestreben wider, westliche Industrieunternehmen mit Wolfram aus diversifizierten Quellen zu versorgen. Wolfram zählt aufgrund seiner Härte und Hitzebeständigkeit zu den strategisch bedeutsamen Rohstoffen in der industriellen Fertigung und Werkzeugherstellung.
An der Börse ging die Almonty-Aktie am Freitag bei einem Schlusskurs von 12,07 Euro ins Wochenende. Trotz der Kursschwankungen in den vergangenen Wochen weist der Titel seit Jahresanfang einen Wertzuwachs von 52 Prozent auf.
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