Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von Almonty Industries scheint den dramatischen Abverkauf erst einmal gestoppt zu haben. Von 14,98 Euro noch zum Monatsanfang waren die Papiere des Wolframproduzenten bis vor einer Woche auf 11,80 Euro zurückgefallen, doch der wahre Absturz sollte noch folgen: Im Laufe der Woche brach die Almonty-Aktie in Frankfurt bis auf 8,92 Euro ein, hatte binnen eines Monats somit rund 40 Prozent eingebüßt. Mittlerweile hat sie sich wieder etwas gefangen, notiert aktuell bei knapp 11 Euro. Und das an dem Tag, an dem ein Kapitel zu Ende geht, das Anlegern eigentlich entgegen kommen sollte.
Almonty Industries macht Schluss an der TSX
Denn am heutigen Freitag werden die Stammaktien von Almonty zum letzten Mal an der Toronto Stock Exchange („TSX“) gehandelt. Wie seit dem 17. Juli bekannt ist, wird das Unternehmen seine Papiere freiwillig delisten, wirksam zum Handelsschluss am 31. Juli 2026. Nach diesem Datum werden die Stammaktien weiterhin an der Nasdaq (unter dem Börsenkürzel „ALM“) sowie an der Frankfurter Wertpapierbörse (unter dem Börsenkürzel „ALI1“) gehandelt.
„Angesichts der Tatsache, dass der Großteil des täglichen Handelsvolumens des Unternehmens an der Nasdaq abgewickelt wird, und unter Berücksichtigung der finanziellen, administrativen und regulatorischen Verpflichtungen sowie der Kosten, die mit der Aufrechterhaltung der Notierung an der TSX verbunden sind, ist das Unternehmen der Ansicht, dass das Delisting im besten Interesse des Unternehmens liegt“, begründete Almonty seinen Rückzug von der TSX.
- Gemäß Unterabschnitt 720(b) des „TSX Company Manual“ sei keine Zustimmung der Aktionäre zum Delisting erforderlich
- Insbesondere, da mit der Nasdaq auch für kanadische Anleger ein alternativer Handelsplatz für die Stammaktien existiere
Delistiing der Almonty-Aktie auch in Australien
Es wird nicht der einzige Abschied für Almonty Industries bleiben: Vor gut einer Woche gab das Unternehmen bekannt, dass man bei der Australian Securities Exchange („ASX“) ebenfalls die formelle Genehmigung für die Streichung von der offiziellen Liste der ASX beantragt und erhalten habe. Man gehe davon aus, dass das Delisting am 1. September 2026 erfolgen wird.
Almonty strebe das Delisting aufgrund der im Vergleich zur Nasdaq geringen und rückläufigen Handelsvolumina an, hieß es zur Begründung. Die Anzahl der im australischen Register gehaltenen CDIs sei bis zum 14. Juli 2026 auf rund 0,80 Prozent aller ausgegebenen Aktien gesunken. „Das Unternehmen ist der Ansicht, dass die mit der Aufrechterhaltung der ASX-Notierung verbundenen finanziellen, administrativen und regulatorischen Verpflichtungen sowie Kosten nicht mehr im besten Interesse der Aktionäre liegen“, so die damalige Einschätzung.
Absturz nach Betriebsstart der Sangdong-Mine
Diese allerdings dankten es bislang nicht. Vielmehr hat die Aktie, trotz der aktuellen Erholung, seit ihrem Höchststand im April bei 20,63 Euro noch immer knapp die Hälfte an Wert eingebüßt.
Almonty Industries Aktie Chart
Und das zu der Zeit, nachdem Almonty Anfang Juli die Aufnahme des Anlagenbetriebs an der Sangdong-Mine in Südkorea gemeldet hatte, die zum wichtigsten Wolframprojekt außerhalb Chinas werden könnte. Zudem war die Aktie Ende Juni in den Large-Cap-Index Russell 1000® sowie den breit gefassten Index Russell 3000® aufgenommen worden. Warum dann der jetzt Absturz?
- Eine Erklärung liefert die Seite zukunftsbilanzen.de
- Mit schuld daran sei die Deutsche Rohstoff AG
Deutsche Rohstoff stieß Almonty-Anteile ab
Diese habe am 22. Juli mitgeteilt, fünf Millionen Almonty-Aktien zu einem Durchschnittspreis von knapp 16 USD veräußert und daraus einen Ergebnisbeitrag von rund 65 Millionen EUR (vor Steuern) realisiert zu haben. „Ein Großinvestor, der in nennenswertem Umfang Material in den Markt gibt, erklärt einen Teil des Kursdrucks, den Rest besorgt die Indexmechanik“, so die Vermutung.
Die Deutsche Rohstoff AG halte nach dem Teilverkauf noch rund 5,5 Millionen Almonty-Aktien sowie Forderungen aus Wandelschuldverschreibungen und Darlehen – „ein potenzieller Unsicherheitsfaktor, der den Kurs auch nach dem jüngsten Großverkauf offenbar weiter belastet“.
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