Almonty Industries meldet Rückenwind von einer Seite, die Anleger oft zuerst beachten: dem Investorenverhalten großer Häuser. Am Wochenende wurde bekannt, dass Bank of America Corp DE ihre Beteiligung an Almonty im ersten Quartal um 309,6 Prozent aufgestockt hat, die Position umfasst nun 908.911 Aktien im Wert von rund 13,2 Millionen US-Dollar. Auch Van Eck Associates Corp, Cooper Creek Partners Management LLC und Encompass Capital Advisors LLC bauten ihre Bestände aus.
Kapitalzufluss trifft auf operative Wende
Der Zeitpunkt der Aufstockungen fällt mit einem operativen Umbruch bei Almonty zusammen. Erst vor wenigen Tagen bestätigte das Unternehmen, dass die Flaggschiff-Mine Sangdong in Südkorea offiziell in die kommerzielle Produktion übergegangen ist.
Die neu fertiggestellte Mühlenanlage verarbeitet bereits eingelagertes Roherz. Für ein Unternehmen, dessen Kassenbestand zum Ende des zweiten Quartals bei 1,23 Milliarden kanadischen Dollar lag, markiert das den Übergang von der Aufbau- in die Ertragsphase.
Dass institutionelles Kapital gerade jetzt zugreift, lässt sich als Wette auf genau diesen Übergang lesen. Regulatorische Zusammenfassungen zeigen zugleich ein gemischtes Bild bei Insidern: In den vergangenen 24 Monaten verkauften Insider insgesamt 80.600 Aktien im Wert von umgerechnet 164.560 kanadischen Dollar, während Michael Lewis Black im gleichen Zeitraum Aktien für 108.520 kanadische Dollar zukaufte.
Analysten mit unterschiedlichem Fokus
Die Einschätzungen der Research-Häuser zeichnen kein einheitliches Bild. GBC AG bestätigte am 20. August, nach Abschluss der Analyse einen Tag zuvor, ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 30 US-Dollar für Ende 2027 und begründete dies mit dem Produktionsstart in Sangdong sowie den außergewöhnlich hohen Preisen für Wolfram-APT.
Bereits am 14. August hatte Diamond Equity ihre Gewinnschätzung je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 auf 0,39 US-Dollar gesenkt, nach zuvor 0,55 US-Dollar – trotz eines insgesamt weiterhin positiven Konsensbilds. Die Anpassung nach unten betraf demnach kurzfristige Ergebnisgrößen, nicht die grundsätzliche Kaufempfehlung.
Ergänzend hatte Weiss Ratings das Unternehmen bereits am 12. August von „Sell (D-)“ auf „Hold (C-)“ hochgestuft, im Anschluss an die jüngste Quartalsmitteilung.
Zahlen als Fundament der Neubewertung
Hintergrund der veränderten Wahrnehmung sind die Ende letzter Woche vorgelegten Quartalszahlen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, der Nettogewinn erreichte 181,8 Millionen kanadische Dollar nach einem Verlust von 58,2 Millionen kanadische Dollar im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 4,8 Millionen auf plus 17,6 Millionen kanadische Dollar.
Diese Kombination aus Kapazitätsausweitung, verbesserten Vertragskonditionen mit dem Abnehmer Global Tungsten & Powders und dem Zufluss institutioneller Mittel liefert die Erklärung dafür, warum große Fondshäuser ihre Positionen gerade jetzt ausbauen: Sie wetten auf eine strukturelle Neubewertung, die über den kurzfristigen Gewinnrückgang bei einzelnen Analystenschätzungen hinausgeht.
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