Almonty Industries zieht sich von der australischen Börse zurück. Der Wolfram-Produzent bestätigt den freiwilligen Delisting-Schritt von der ASX. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen bereits den Ausstieg von der Torontoer Börse angekündigt.
Zwei Börsenplätze in einer Woche verabschiedet
Der Rückzug von der Toronto Stock Exchange greift zum 31. Juli. Von der Australian Securities Exchange zieht sich Almonty zum 1. September zurück. Übrig bleiben die Notierungen an der Nasdaq und in Frankfurt.
Das Unternehmen nennt den Grund direkt: Die Handelsvolumina an der ASX seien im Vergleich zur Nasdaq gering und rückläufig. Die Kosten für Compliance, Verwaltung und Börsenpflichten an beiden Handelsplätzen stünden nicht mehr im Interesse der Aktionäre.
Am operativen Geschäft ändert sich nichts. Almonty betreibt weiterhin die Sangdong-Wolframmine in Südkorea sowie Projekte in Portugal, den USA und Spanien.
Kurz vor dem ASX-Ausstieg meldete das Unternehmen zudem eine routinemäßige Kapitalmaßnahme: Am 24. Juli 2026 gab Almonty 62.518 neue Stammaktien aus. Eine sogenannte Cleansing-Mitteilung nach australischem Wertpapierrecht erlaubt den Weiterverkauf dieser Aktien ohne zusätzliche Offenlegungspflichten.
Aktie unter Druck
Die Delisting-Nachricht trifft auf eine ohnehin schwierige Marktphase. Am Freitag schloss die Almonty-Aktie bei 18,81 kanadischen Dollar, ein Minus von 5,52 Prozent auf Tagesbasis. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von fast 20 Prozent zu Buche, der Kurs liegt inzwischen 43,6 Prozent unter seinem Rekordhoch vom 17. April.
Der langfristige Blick zeigt trotzdem ein anderes Bild. Seit Jahresbeginn steht die Aktie noch immer 55,84 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar über 200 Prozent höher. Der Kursschub geht auf den Übergang der Sangdong-Mine in die kommerzielle Wolframproduktion zurück, der erst wenige Wochen zurückliegt.
Kurzfristig sieht das Bild angespannter aus. Der 14-Tage-RSI liegt bei 38,8 und deutet auf nachlassende Kursdynamik hin. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Handelstage erreicht mit über 81 Prozent ein außergewöhnlich hohes Niveau.
Warum die Konsolidierung Sinn ergibt
Börsenkonsolidierungen dieser Art verfolgen meist ein Ziel: Kosten senken und Liquidität am Handelsplatz mit dem größten Volumen bündeln. Bei Almonty ist das offenkundig die Nasdaq. Dorthin ist der Großteil des Handels bereits gewandert, seit das Unternehmen in wichtige US-Aktienindizes aufgenommen wurde und sich vom Wolfram-Entwickler zum Produzenten gewandelt hat.
Kanadische Anleger haben nur noch ein enges Zeitfenster, bevor die Toronto-Notierung Ende Juli verschwindet. Die ASX-Notierung bleibt noch bis zum 1. September aktiv. Die Frankfurter Notierung bleibt von beiden Schritten unberührt.
Die kommende Woche dürfte zeigen, wie der Markt auf das formale Wirksamwerden des TSX-Delistings reagiert. Angesichts der hohen Volatilität und eines Kurses, der aktuell unter dem 50-Tage- und dem 100-Tage-Durchschnitt notiert, bleibt die Kursentwicklung wackelig. Parallel dazu läuft die Produktionshochfahrung in Sangdong weiter.
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