Almonty hat den Handel seiner CDIs an der australischen Börse ASX beendet. Zum 1. September wurde das Papier dort offiziell gestrichen, nachdem der Handel bereits am 28. August ausgesetzt worden war. Damit setzt sich eine Konsolidierung der Notierungen fort, die im Sommer mit dem Rückzug von der Toronto Stock Exchange begonnen hatte.
Für Anleger mit australischen CDIs bedeutet das konkreten Handlungsbedarf. Wer seine Anteile nicht rechtzeitig in Nasdaq-Aktien umwandelt oder vor der Aussetzung verkauft hat, kann sie zwischen dem 8. September und dem 6. November über eine freiwillige Verkaufsfazilität abgeben.
Wer auch das versäumt, landet in der anschließenden Zwangsverkaufsfazilität, die vom 9. November bis zum 9. Dezember läuft. Die Aktie selbst bleibt handelbar – an der Nasdaq unter dem Kürzel ALM sowie in Frankfurt.
Warum Almonty seine Börsenplätze aufräumt
Die Häufung der Delistings wirkt auf den ersten Blick wie ein Rückzug, ist aber eher eine Bereinigung der Handelsstruktur. Nach dem Rauswurf aus TSX und ASX konzentriert sich das Unternehmen auf Nasdaq und Frankfurt als verbleibende Handelsplätze. Für ein Unternehmen, das operativ gerade den Sprung vom Entwicklungs- zum Produktionsstadium vollzieht, spart eine schlankere Börsenlandschaft Verwaltungsaufwand und Kosten.
Diese operative Wende ist der eigentliche Hintergrund der Delisting-Welle. Die Sangdong-Mine in der südkoreanischen Provinz Gangwon hat Anfang Juli den Durchsatzbetrieb der Verarbeitungsanlage aufgenommen und liefert seither erstmals umsatzwirksames Wolframkonzentrat.
Diese Transformation zeigte sich bereits in den Zahlen des zweiten Quartals: Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich auf 43,0 Millionen US-Dollar, das operative Ergebnis aus dem Bergbaugeschäft drehte von einem Verlust in einen Gewinn von 26,1 Millionen US-Dollar.
Kurs bleibt unter Druck, fundamentale Basis wächst
An der Börse zeigte sich die Nachricht zuletzt nicht in Kauflaune. Die Aktie schloss am Freitag bei 13,40 Euro, ein Minus von 6,1 Prozent auf Tagesbasis, und liegt damit rund 35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro. Über die vergangenen sieben Tage summiert sich der Rückgang auf 11 Prozent.
Ein konkreter Auslöser für diese jüngste Schwäche lässt sich derzeit nicht festmachen – anders als bei den operativen Meilensteinen der vergangenen Wochen handelt es sich hier um eine reine Marktbewegung ohne erkennbaren Nachrichtenanker.
Der langfristige Trend relativiert die kurzfristige Volatilität allerdings deutlich. Seit Jahresbeginn steht die Aktie noch immer mit 69 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 247 Prozent. Das 50-Tage-Mittel von 13,34 Euro liegt nur knapp unter dem aktuellen Kurs, was auf eine gewisse Stabilisierung nach der starken Rally hindeutet.
Untermauert wird das Wachstumsbild durch die Ausweitung des Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders aus dem Juli: Die Laufzeit wurde von 15 auf 21 Jahre verlängert, das kontrahierte Volumen um 40 Prozent erhöht.
Bei aktuellen APT-Preisen soll dies den erwarteten Jahresumsatz aus dem Vertrag um rund 30 Millionen US-Dollar auf etwa 490 Millionen US-Dollar anheben. Für Anleger bleibt damit die zentrale Frage, ob die operative Substanz aus Sangdong und dem GTP-Vertrag die Kursschwankungen der vergangenen Wochen mittelfristig rechtfertigt.
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