Almonty Industries hat einen Wendepunkt erreicht. Der Wolfram-Produzent meldet erstmals einen positiven operativen Cashflow seit Start der kommerziellen Produktion in der Sangdong-Mine in Südkorea. Aus dem Minenentwickler wird nun ein aktiver Industrieproduzent.
Cashflow dreht ins Plus
Nach Finanzberichten von Anfang August 2026 erzielte Almonty im ersten Quartal 2026 einen operativen Cashflow von 9,7 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal stand noch ein Minus von 4,4 Millionen Dollar zu Buche. Der Umschwung geht vor allem auf die Hochlaufphase der Sangdong-Mine und die stabile Produktion in der Panasqueira-Mine in Portugal zurück.
Der Umsatz kletterte im ersten Quartal auf 25,4 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 221 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Almonty schrieb zwar weiterhin rote Zahlen, mit 5,3 Millionen Dollar Nettoverlust fiel das Minus aber deutlich kleiner aus als die 34,6 Millionen Dollar aus dem ersten Quartal 2025.
800-Millionen-Dollar-Anleihe platziert
Parallel zu den Quartalszahlen hat Almonty eine große Kapitalmaßnahme abgeschlossen. Das Unternehmen platzierte erfolgreich Wandelanleihen mit 2,25 Prozent Zinskupon und Laufzeit bis 2031. Die Nachfrage übertraf das Angebot deutlich.
Ursprünglich waren 700 Millionen Dollar geplant. Nachdem die Konsortialbanken ihre Mehrzuteilungsoption vollständig ausübten, wuchs das Volumen auf 800 Millionen Dollar. Nach Abzug von Gebühren und Kosten fließen Almonty rund 772,7 Millionen Dollar an Nettoerlös zu.
Das Management will das Geld nutzen, um bestehende Schulden umzuschichten und das Sangdong-Projekt auf dem Weg zur Vollproduktion mit Betriebskapital zu unterstützen. Ein Teil der Erlöse fließt in sogenannte Capped-Call-Transaktionen. Diese sollen eine Verwässerung der Altaktionäre bei künftiger Wandlung der Anleihen begrenzen.
Sangdong läuft hoch
Die Sangdong-Mine nahm am 1. Juli 2026 den Betrieb wieder auf und bleibt der zentrale Wachstumstreiber. Phase 1 der Anlage verarbeitet derzeit rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr. Daraus sollen jährlich etwa 2.300 Tonnen hochgradiges Wolframkonzentrat entstehen.
Aktuell greift die Anlage auf einen Erzvorrat von rund 139.700 Tonnen zurück. Dessen geschätzter Bruttowert liegt bei aktuellen Marktpreisen bei etwa 68 Millionen Dollar. Für 2027 plant Almonty die Phase 2 der Erweiterung: Die Verarbeitungskapazität soll sich auf 1,2 Millionen Tonnen Erz jährlich verdoppeln.
Rückzug von Toronto, Fokus auf Nasdaq
Almonty hat sich am 31. Juli 2026 freiwillig von der Toronto Stock Exchange zurückgezogen. Die Handelsliquidität bündelt das Unternehmen nun am Nasdaq Capital Market unter dem Kürzel ALM. Zusätzlich bleibt die Notierung an der Frankfurter Börse bestehen.
Mit der Bereinigung seiner Börsennotierungen will Almonty Verwaltungskosten und regulatorischen Aufwand senken. Der Rückzug aus Kanada löste Ende Juli zunächst technischen Verkaufsdruck aus, da passive Fonds ihre Positionen anpassen mussten. In der ersten Augustwoche zeigte die Aktie aber bereits Erholungstendenzen. Gestützt wird die Entwicklung von den verbesserten Cashflow-Zahlen und der gestärkten Bilanz nach der Anleihe-Platzierung.
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